Mikro-Ultraschall der Prostata
Hochauflösende Diagnostik mit 29 MHz
Der Mikro-Ultraschall arbeitet mit 29 MHz und erreicht eine Auflösung von 70 Mikrometern – 300-mal feiner als herkömmlicher Ultraschall. Er macht Veränderungen in der Prostata sichtbar, die mit herkömmlichem Ultraschall nicht erkennbar sind. Ohne Strahlung, ohne MRT-Röhre, mit Ergebnis am selben Tag.
Termin buchenWarum 29 MHz? Der Unterschied zum herkömmlichen Ultraschall
Auflösung im Vergleich: 29 MHz vs. 9–12 MHz
Beim herkömmlichen transrektalen Ultraschall (TRUS) arbeitet die Sonde mit 9–12 MHz. Das reicht, um die Prostata als Organ darzustellen – Größe, Kontur, grobe Auffälligkeiten. Für die Erkennung kleiner verdächtiger Areale, die auf ein Karzinom hinweisen könnten, fehlt diesem Verfahren jedoch die Detailtiefe.
Der Mikro-Ultraschall setzt bei 29 MHz an. Die höhere Frequenz erzeugt Bilder mit einer Auflösung von 70 Mikrometern – fein genug, um einzelne Drüsengänge der Prostata abzubilden. Zum Vergleich: Ein konventioneller TRUS löst Strukturen erst ab etwa 200 Mikrometern auf.
Was der Mikro-Ultraschall sichtbar macht
Der Arzt erkennt verdichtetes Gewebe, unregelmäßige Drüsenstrukturen und Areale, die anders auf den Schall reagieren als gesundes Gewebe – in Echtzeit. Diese Merkmale können auf ein Karzinom hinweisen oder Entwarnung geben, weil sie einer gutartigen Veränderung entsprechen.
Das ExactVu-System, mit dem wir arbeiten, wurde speziell für die Prostata-Diagnostik entwickelt. Es liefert extrem detaillierte Bilder, die uns eine vollständige Bewertung der Drüse erlauben. Auffällige Bereiche lassen sich so exakt lokalisieren.
Unsere Ärzte haben den 29-MHz-Mikro-Ultraschall 2018 an der Charité Berlin eingeführt. Seit 2020 setzen wir das Verfahren bei ProUro ein – als erste urologische Praxis in Deutschland außerhalb einer Klinik.
Ablauf der Mikro-Ultraschall-Untersuchung
Vorbereitung und Dauer
Eine spezielle Vorbereitung ist nicht nötig. Sie müssen nicht nüchtern sein und keine Medikamente absetzen. Die reine Bildgebung dauert etwa 5 Minuten.
Was Sie während der Untersuchung erwartet
Sie liegen auf der Seite. Der Arzt führt eine dünne Ultraschallsonde über den Enddarm ein – technisch vergleichbar mit einem herkömmlichen TRUS. Die meisten Patienten empfinden das als unangenehm, nicht als schmerzhaft.
Während der Untersuchung sehen Sie die Bilder live am Monitor. Der Arzt bewertet die Prostata systematisch nach dem PRI-MUS-Protokoll und erklärt Ihnen direkt, was er sieht. Anschließend besprechen Sie gemeinsam das weitere Vorgehen. Liegt bereits ein MRT-Befund vor, kann das ExactVu-System die MRT-Bilder in Echtzeit mit dem Mikro-Ultraschall überlagern (Bildfusion) – für noch präzisere Steuerung.
Danach gehen Sie nach Hause. Es gibt keine Einschränkungen im Alltag.
Vorteile auf einen Blick
70 µm Auflösung
300x feiner als konventioneller Ultraschall. Einzelne Drüsengänge werden sichtbar – auch dort, wo TRUS an seine Grenzen stößt.
Echtzeit-Bildgebung
Verdächtige Areale werden live erkannt und sofort beurteilt.
Keine Strahlung
Der Ultraschall arbeitet ohne ionisierende Strahlung. Die Untersuchung kann bei Bedarf beliebig oft wiederholt werden.
Keine MRT-Röhre
Eine Alternative bei Platzangst, Metallimplantaten oder anderen MRT-Kontraindikationen.
Sofortige Besprechung
Die Ergebnisse besprechen wir direkt nach der Untersuchung mit Ihnen. Kein Warten auf einen separaten Befund.
Verdächtige Areale systematisch bewerten mit dem PRI-MUS-Score
PRI-MUS steht für Prostate Risk Identification using Micro-Ultrasound. Es ist ein standardisiertes Bewertungssystem, das speziell für den hochauflösenden Ultraschall entwickelt wurde – vergleichbar mit dem PI-RADS-System, das bei der MRT zum Einsatz kommt.
Der Arzt beurteilt jedes Areal der Prostata in Echtzeit auf einer Skala von 1 bis 5:
- PRI-MUS 1–2: Kein Anhalt für ein Karzinom. Regelmäßige Kontrolle genügt.
- PRI-MUS 3: Grenzwertiger Befund. Engmaschige Verlaufskontrolle oder ergänzende Diagnostik sinnvoll.
- PRI-MUS 4–5: Verdächtiger Befund. Eine gezielte Biopsie ist in der Regel der nächste Schritt.
Der Vorteil gegenüber dem PI-RADS-Scoring der MRT: Das PRI-MUS-Ergebnis liegt sofort vor – anders als beim MRT, wo zwischen Bildgebung und Biopsie oft Wochen vergehen.
Mikro-Ultraschall und MRT ergänzen sich
Der hochauflösende Mikro-Ultraschall mit 29 MHz steht als eigenständige Alternative zur MRT sowie als ergänzende Methode für mehr Diagnose-Sicherheit. Er kann verdächtige Areale sichtbar machen, die mit herkömmlichem Ultraschall nicht erkennbar sind. In einer internationalen Studie war die Treffsicherheit des Mikro-Ultraschalls vergleichbar mit der MRT – bei einer Auflösung von 70 Mikrometern. Das Verfahren ersetzt keine Gewebeprobe, liefert aber eine präzise Grundlage für die gezielte Biopsie.
Das MRT der Prostata ist der etablierte Standard in der bildgebenden Diagnostik. Es zeigt die Prostata im Gesamtbild und erkennt größere verdächtige Areale zuverlässig. Der Mikro-Ultraschall ergänzt diese Stärke um eine feinere Auflösung und die Möglichkeit zur Echtzeit-Beurteilung.
Studienlage: Was die Evidenz zeigt
Die OPTIMUM-Studie – eine internationale Phase-3-Studie mit 678 Patienten an 20 Zentren in 8 Ländern – hat 2025 erstmals in einem randomisierten Vergleich gezeigt: Die Mikro-Ultraschall-gesteuerte Biopsie erkennt klinisch relevanten Prostatakrebs ebenso zuverlässig wie die MRT-Fusionsbiopsie. Die Detektionsrate lag bei 46 % gegenüber 43 %. Prof. Dr. Cash war an der Planung dieser Studie beteiligt und ist Co-Autor der im Fachjournal JAMA Publikation.¹
Ergänzende Daten stützen dieses Ergebnis. In einer von Prof. Dr. Cash initiierten Charité-Studie fand der Mikro-Ultraschall bei 17 % der Patienten Karzinome, die das MRT allein übersehen hatte – bei 11 % handelte es sich um Hochrisiko-Karzinome.² Eine multizentrische Analyse an 203 Patienten zeigte: Die Kombination aus Mikro-Ultraschall und systematischer Biopsie erreicht eine Detektionsrate von 91 % – signifikant mehr als die MRT-gesteuerte Biopsie allein.³

Diagnose in einem Termin – ohne separate MRT
Beide Verfahren arbeiten am besten zusammen: Das MRT liefert die Übersicht, der Mikro-Ultraschall die gezielte Beurteilung und Biopsie-Steuerung. Bei der Fusionsbiopsie kombinieren wir beide Bilddaten für maximale Treffsicherheit.
Der Mikro-Ultraschall bietet dabei einen praktischen Vorteil: Bildgebung und gezielte Biopsie finden in einem einzigen Termin statt. Der konventionelle Weg über die MRT erfordert zunächst einen separaten Bildgebungstermin, dann die radiologische Auswertung und anschließend einen weiteren Termin zur Biopsie – oft liegen Wochen dazwischen. Beim Mikro-Ultraschall entfällt diese Wartezeit.
Das ist besonders relevant bei Platzangst, Metallimplantaten oder wenn eine schnelle diagnostische Einordnung gefragt ist.
Für wen eignet sich der Mikro-Ultraschall?
Ein erhöhter PSA-Wert kann verschiedene Ursachen haben – nicht jede Prostata-Erkrankung ist ein Karzinom. Mit dem Mikro-Ultraschall kann der Arzt beurteilen, ob strukturelle Auffälligkeiten vorliegen oder ob eine gutartige Vergrößerung (BPH) oder eine Entzündung wahrscheinlicher ist.
Bei konkretem Krebsverdacht liefert die hochauflösende Bildgebung die Grundlage für eine gezielte Fusionsbiopsie. Liegt bereits ein MRT-Befund vor, kann der Mikro-Ultraschall zusätzliche verdächtige Areale identifizieren, die das MRT möglicherweise nicht erfasst hat.
In der Verlaufskontrolle spielt das Verfahren ebenfalls eine Rolle: Bei bekanntem Prostatakarzinom unter aktiver Überwachung ermöglicht der Mikro-Ultraschall regelmäßige Kontrollen ohne Strahlenbelastung und ohne MRT-Wartezeiten. Bei Platzangst, Herzschrittmacher oder Metallimplantaten ist er eine evidenzbasierte Alternative zur MRT-gestützten Diagnostik.
Eine aktuelle Studie unserer Praxis zeigt darüber hinaus, dass der Mikro-Ultraschall auch in der Prostata-Vorsorge eingesetzt werden kann – mit einer 6,3-fachen Reduktion von Überdiagnosen bei einer medianen Untersuchungsdauer von nur 2,9 Minuten. Dr. Buckendahl war Co-Autor dieser Studie.⁵
Kosten und Kostenübernahme
Der Mikro-Ultraschall ist eine Selbstzahlerleistung (IGeL). Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht. Private Krankenversicherungen erstatten die Untersuchung meist vollständig. Die genauen Kosten nennen wir Ihnen gern bei der Terminvereinbarung – telefonisch oder persönlich an unseren Standorten in der Hardenbergstraße und der Meoclinic.
Prof. Dr. Cash hat den 29-MHz-Mikro-Ultraschall 2018 an der Charité Berlin eingeführt und setzt ihn seit 2020 bei ProUro ein – als erste urologische Praxis in Deutschland außerhalb einer Klinik. Als Co-Autor der OPTIMUM-Studie (JAMA, 2025) hat er das Verfahren im internationalen Vergleich wissenschaftlich mitbelegt. Bei ProUro führen ausschließlich zertifizierte Fachärzte die Untersuchung durch, die das Verfahren seit Jahren routiniert einsetzen.
Ihre Ansprechpartner
Fachärzte mit langjähriger Erfahrung in Prostata-Diagnostik und Mikro-Ultraschall.
Prof. Dr. med. Hannes Cash
Facharzt für Urologie
Mikro-Ultraschall · Medikamentöse Tumortherapie · Lasertherapie · Prostata-Diagnostik
Dr. med. John Buckendahl
Facharzt für Urologie
Mikro-Ultraschall · Medikamentöse Tumortherapie · Lasertherapie · Andrologie
Häufige Fragen zum Mikro-Ultraschall der Prostata
Kann man mit Ultraschall Prostatakrebs erkennen?
Herkömmlicher Ultraschall kann die Prostata darstellen, verdächtige Areale aber oft nicht zuverlässig abgrenzen. Der Mikro-Ultraschall mit 29 MHz erkennt strukturelle Veränderungen deutlich besser. In einer internationalen Registerstudie mit über 1.000 Patienten an 11 Zentren lag die Sensitivität bei 94 %.
Ist die Untersuchung schmerzhaft?
Die meisten Patienten empfinden sie als unangenehm, nicht als schmerzhaft – vergleichbar mit einem herkömmlichen transrektalen Ultraschall. Eine Narkose ist nicht nötig. Wenn Sie Bedenken haben, sprechen Sie uns an. Wir nehmen uns Zeit und gehen behutsam vor.
Wie muss ich mich vorbereiten?
Eine spezielle Vorbereitung ist nicht erforderlich. Sie müssen nicht nüchtern sein und keine Medikamente – auch keine Blutverdünner – absetzen.
Wie lange dauert die Untersuchung?
Die reine Bildgebung dauert etwa 5 Minuten.
Ist der Mikro-Ultraschall eine Alternative zum MRT?
Er kann als eigenständige Diagnostik oder ergänzend zum MRT eingesetzt werden. Bei Platzangst, Metallimplantaten oder Herzschrittmacher ist er eine evidenzbasierte Alternative. In vielen Fällen ergänzen sich beide Verfahren – wir beraten Sie, welche Diagnostik für Ihre Situation am sinnvollsten ist.
Was kostet die Untersuchung?
Der Mikro-Ultraschall ist eine Selbstzahlerleistung. Private Krankenversicherungen erstatten die Kosten in der Regel. Gesetzlich Versicherte tragen die Kosten selbst. Die genauen Kosten nennen wir Ihnen bei der Terminvereinbarung.
Was passiert, wenn etwas Auffälliges gefunden wird?
Dann besprechen wir mit Ihnen die nächsten Schritte – direkt im Anschluss an die Untersuchung. Häufig ist eine gezielte Fusionsbiopsie sinnvoll, um Gewissheit zu bekommen. Diese führen wir ebenfalls durch. Sie müssen nicht zu einem anderen Arzt.
Klarheit für Ihre Prostata
Vereinbaren Sie einen Termin für den Mikro-Ultraschall. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen.