Nierensteine: Symptome, Behandlung und Vorbeugung
Etwa jeder zehnte Mensch entwickelt im Lauf seines Lebens Nierensteine – Männer häufiger als Frauen. Sie verursachen teils heftige Beschwerden, lassen sich aber meist gut behandeln. Bei ProUro in Berlin klären wir die Ursache ab und finden mit Ihnen den passenden Therapieweg.
Termin buchenWie Nierensteine entstehen
Nierensteine bilden sich, wenn bestimmte Substanzen im Urin auskristallisieren. Am häufigsten sind Calciumoxalatsteine – sie machen rund 75 Prozent aller Harnsteine aus. Seltener entstehen Harnsäure- oder Struvitsteine.
Mehrere Faktoren begünstigen die Steinbildung: zu geringe Trinkmenge, eine oxalat- oder salzreiche Ernährung, familiäre Vorbelastung und Stoffwechselerkrankungen wie Gicht oder eine Überfunktion der Nebenschilddrüse. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
Wer bereits einen Stein hatte, trägt ohne gezielte Vorbeugung ein deutlich erhöhtes Risiko für weitere. Steine können sich auch in Blase oder Harnleiter bilden – mehr dazu unter Blasen- und Harnwegserkrankungen.
Nierenkolik und andere Warnsignale
Ein Nierenstein, der ruhig im Nierenbecken liegt, verursacht oft keine Beschwerden. Schmerzhaft wird es, wenn ein Stein in den Harnleiter rutscht und den Urinabfluss blockiert.
Typische Anzeichen einer Nierenkolik: plötzlich einsetzende Flankenschmerzen, die wellenförmig verlaufen und in Leiste oder Unterbauch ausstrahlen. Dazu kommen häufig Übelkeit, Erbrechen und sichtbares Blut im Urin. Ein Harnleiterstein ist die häufigste Ursache dieser akuten Beschwerden.
Wann sofort zum Arzt: Treten Fieber und Schüttelfrost zusammen mit Steinschmerzen auf, ist das ein urologischer Notfall. Eine Harnstauung mit Infektion muss umgehend behandelt werden.
Diagnostik bei Nierenstein-Verdacht
Der Ultraschall ist der erste Schritt – er zeigt Steine in der Niere und eine mögliche Harnstauung, ohne Strahlenbelastung. Bei unklaren Befunden ergänzen wir eine Computertomographie, die Lage und Größe des Steins exakt darstellt.
Urin- und Blutuntersuchungen geben zusätzlich Aufschluss über Entzündungszeichen, Nierenwerte und steinbildende Substanzen wie Harnsäure und Calcium.
Behandlung von Nierensteinen
Die Therapie richtet sich nach Größe, Lage und Zusammensetzung des Steins. Operative Eingriffe führen wir an der Meoclinic Berlin durch.
Konservative Therapie
Kleine Steine bis etwa 6 mm gehen häufig von selbst ab. Ausreichend trinken, Schmerzmedikamente und medikamentöse Steinaustreibung unterstützen den Abgang.
ESWL – Stoßwellenzertrümmerung
Von außen gerichtete Stoßwellen zerkleinern den Stein ohne operativen Eingriff. Geeignet für Steine in Niere und oberem Harnleiter.
URS – Harnleiterspiegelung
Ein dünnes Endoskop wird über die Harnröhre bis zum Stein geführt. Per Laser wird der Stein zerkleinert und entfernt.
PCNL – perkutane Nephrolithotomie
Bei großen Steinen über zwei Zentimetern: Zugang über die Flanke direkt in die Niere. Für Fälle, in denen ESWL oder URS nicht ausreichen.
Nierensteine vorbeugen
Trinken ist der wichtigste Schutzfaktor: mindestens 2,5 Liter am Tag, gleichmäßig verteilt. Dazu eine Ernährungsanpassung – weniger Salz, weniger Oxalat, ausreichend Calcium über die Nahrung.
Nach einem Steinabgang sollte der Stein zur Analyse eingeschickt werden. Die Zusammensetzung bestimmt, welche Vorbeugung am besten wirkt. Ohne gezielte Maßnahmen liegt die Rückfallrate bei rund 50 Prozent innerhalb von fünf bis zehn Jahren.
Nierensteine? Wir beraten Sie.
Vereinbaren Sie einen Termin zur Abklärung – unser Ärzteteam nimmt sich Zeit für Ihre Fragen.
Häufige Fragen zu Nierensteinen
Wie lange dauert es, bis ein Nierenstein abgeht?
Das hängt vor allem von der Größe ab. Kleine Steine unter 5 mm gehen oft innerhalb von Tagen bis Wochen von selbst ab. Größere Steine brauchen häufiger medikamentöse Unterstützung oder eine aktive Behandlung.
Sind Nierensteine gefährlich?
Schmerzhaft ja, aber in der Regel nicht gefährlich. Problematisch wird es, wenn ein Stein den Harnabfluss längere Zeit blockiert – das kann die Niere schädigen. Kommen Fieber und Schüttelfrost hinzu, ist sofortige ärztliche Behandlung nötig.
Kann man Nierensteine durch Ernährung verhindern?
Vollständig verhindern selten, aber das Risiko lässt sich deutlich senken. Viel trinken ist der wichtigste Faktor. Welche Ernährungsanpassungen zusätzlich helfen, hängt von der Steinart ab – deshalb sollte jeder abgegangene Stein im Labor analysiert werden.