Stoßwellentherapie (ESWT) bei erektiler Dysfunktion in Berlin
Durchblutung der Schwellkörper verbessern – ambulant und ohne Medikamente.
Die niedrigenergetische Stoßwellentherapie (Li-ESWT) behandelt vaskulär bedingte Erektionsstörungen. Anders als Medikamente setzt sie an der Ursache an: Sie fördert die Neubildung von Blutgefäßen im Schwellkörpergewebe. Bei ProUro bieten wir die fokussierte ESWT ambulant in Berlin-Charlottenburg an.
Termin buchenSo wirkt die Stoßwellentherapie am Penis
Die fokussierte Stoßwellentherapie am Penis erzeugt niederenergetische Schallwellen, die gezielt auf das Schwellkörpergewebe gerichtet werden. Dort lösen sie kontrollierte Mikrotraumata aus, die eine biologische Regenerationskaskade anstoßen: Der Körper bildet neue Blutgefäße (Neovaskularisation), schüttet Wachstumsfaktoren wie VEGF aus und rekrutiert endotheliale Stammzellen [1]. Das Ergebnis ist eine verbesserte Durchblutung des erektilen Gewebes.
Der Prozess der Neugefäßbildung beginnt etwa ab Woche vier nach Behandlungsstart und hält über zwölf Wochen an[1]. Zusätzlich steigert die Behandlung die körpereigene Stickstoffmonoxid-Produktion (eNOS), was die Gefäßerweiterung im Schwellkörper unterstützt.
Entscheidend ist die Art der eingesetzten Stoßwellen. Fokussierte Stoßwellen konzentrieren ihre Energie auf einen definierten Punkt in der Gewebetiefe und erreichen so das erektile Gewebe. Radiale Stoßwellen, wie sie etwa bei orthopädischen Beschwerden zum Einsatz kommen, wirken dagegen oberflächlich und sind bei Erektionsstörungen nicht ausreichend wirksam. Bei ProUro verwenden wir ausschließlich fokussierte Stoßwellentherapie.
Die Behandlung ist Teil unseres Leistungsspektrums im Bereich Männergesundheit und Andrologie.
Für wen ist die ESWT geeignet?
Die Stoßwellentherapie erzielt die besten Ergebnisse bei Männern mit vaskulär bedingter ED im milden bis moderaten Stadium. Das bedeutet: Eine Durchblutungsstörung der Schwellkörper liegt vor, das Gewebe ist aber noch nicht irreversibel geschädigt.
Besonders geeignet ist das Verfahren für Patienten, die PDE-5-Hemmer wie Sildenafil oder Tadalafil nicht einnehmen können oder wollen. Bei Männern, die auf PDE-5-Hemmer ansprechen, kann die ESWT die medikamentöse Behandlung ergänzen und im besten Fall die Abhängigkeit von Medikamenten reduzieren. Studien zeigen, dass auch ein Teil der bisherigen Non-Responder nach einer Stoßwellentherapie wieder auf PDE-5-Hemmer anspricht [2].
Die ESWT ist nicht für alle Formen der ED geeignet. Bei rein psychogener ED ohne vaskuläre Komponente fehlt der biologische Angriffspunkt. Auch bei schwerer neurologischer ED oder fortgeschrittener Arteriosklerose mit stark geschädigtem Schwellkörpergewebe ist das Ansprechen eingeschränkt. Ob die Stoßwellentherapie für Ihre Situation infrage kommt, klären wir im Rahmen einer Dopplersonographie der Penisgefäße.
Eine aktive Tumorerkrankung im Beckenbereich ist eine Kontraindikation.
Ablauf einer Behandlungsserie bei ProUro
Was erwartet Sie beim ersten Termin?
Vor Beginn der Stoßwellentherapie steht eine gründliche Diagnostik. Beim Ersttermin an unserem Standort ProUro Bismarckstraße in Charlottenburg führen wir ein ausführliches Anamnesegespräch, bestimmen Laborwerte und beurteilen die Durchblutungssituation per Dopplersonographie. Auf dieser Basis entscheiden unsere Ärzte gemeinsam mit Ihnen, ob die ESWT der geeignete Therapieweg ist.
Behandlungsprotokoll: Sitzungen und Zeitplan
Eine Behandlungsserie umfasst in der Regel 6 bis 12 Sitzungen, die ein- bis zweimal pro Woche stattfinden. Jede Sitzung dauert 15 bis 20 Minuten. Sie kommen ambulant in unsere Praxis, eine Narkose ist nicht nötig.
Die fokussierten Stoßwellen werden über ein Handstück auf verschiedene Bereiche des Penisschafts und der Schwellkörper appliziert. Die Behandlung ist in der Regel gut verträglich. Die meisten Patienten beschreiben ein leichtes Kribbeln oder Klopfen, selten wird ein kurzer Druckimpuls als unangenehm empfunden.
Nach der Sitzung können Sie Ihren Alltag ohne Einschränkung fortsetzen. Eine Ausfallzeit gibt es nicht. Erste Verbesserungen zeigen sich häufig nach vier bis sechs Wochen, die volle Wirkung entwickelt sich über drei bis sechs Monate. Bei Bedarf kann die Behandlung nach sechs bis zwölf Monaten wiederholt werden.
Sie möchten wissen, ob die Stoßwellentherapie für Sie geeignet ist? In einem persönlichen Gespräch klären wir Ihre individuelle Situation.
Studienlage und Wirksamkeit
Die Evidenz zur Stoßwellentherapie bei erektiler Dysfunktion hat sich in den vergangenen Jahren verdichtet, bleibt aber heterogen. Eine ehrliche Einordnung ist wichtig.
Die Meta-Analyse von Clavijo et al. (2017, 7 RCTs, n=602) zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung des IIEF-Scores unter Li-ESWT: +6,40 Punkte gegenüber +1,65 Punkten in der Sham-Gruppe [3]. Sokolakis und Hatzichristodoulou (2019) bestätigten die biologische Plausibilität und berichteten Ansprechraten von 60 bis 75 Prozent bei Patienten mit vaskulärer ED [1].
Der Cochrane Review von 2025 (21 RCTs, n=1.357) differenziert genauer: Kurzfristig (bis drei Monate) fand sich ein kleiner Effekt, langfristig (über drei Monate) zeigten sich deutlichere Verbesserungen [4]. Die Evidenzqualität stuft Cochrane allerdings als niedrig ein. Die Ergebnisse variieren je nach Studiendesign, Patientenselektion und verwendetem Gerät.
Die EAU-Leitlinien (2024) sprechen eine schwache Empfehlung für die Li-ESWT bei milder vaskulogener ED aus [5]. Die Wirkung ist nicht bei jedem Patienten gleich ausgeprägt. Die bisher publizierten Daten zeigen, dass der Effekt seinen Höhepunkt bei etwa zwölf Monaten erreicht und über rund zwei Jahre anhalten kann, danach aber nachlässt.
Was bedeutet das für Sie? Die Stoßwellentherapie kann die Erektionsfähigkeit bei geeigneten Patienten verbessern. Sie ist keine Garantie und kein Ersatz für eine sorgfältige Diagnostik. Bei ProUro besprechen wir die Studienlage offen mit Ihnen und geben eine realistische Einschätzung, welche Ergebnisse in Ihrer Situation wahrscheinlich sind.
Kosten und Kostenübernahme
Die Stoßwellentherapie bei erektiler Dysfunktion ist eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten derzeit nicht. Je nach Tarif ist eine Erstattung durch private Krankenversicherungen möglich. Die Abrechnung erfolgt als Analogleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ, Ziffer 1800). Die genaue Höhe hängt von der Anzahl der Sitzungen und dem individuellen Behandlungsprotokoll ab.
Wir erstellen Ihnen vor Behandlungsbeginn einen transparenten Kostenplan. Wenn Sie Fragen zur Erstattungsfähigkeit durch Ihre Versicherung haben, sprechen Sie uns an – telefonisch oder im Beratungsgespräch.
Quellen:
- Sokolakis I, Hatzichristodoulou G: Clinical studies on low intensity extracorporeal shockwave therapy for erectile dysfunction: a systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. Int J Impot Res 31, 177–194 (2019).
- Vardi Y, Appel B, Kilchevsky A, Gruenwald I: Does low intensity extracorporeal shock wave therapy have a physiological effect on erectile function? Short-term results of a randomized, double-blind, sham controlled study. J Urol 187(5), 1769–1775 (2012).
- Clavijo RI, Kohn TP, Kohn JR, Ramasamy R: Low-Intensity Extracorporeal Shockwave Therapy for Erectile Dysfunction: A Systematic Review and Meta-Analysis. J Sex Med 14(1), 27–35 (2017).
- Cochrane Database of Systematic Reviews: Low-intensity extracorporeal shockwave therapy for erectile dysfunction (2025).
- European Association of Urology (EAU): Guidelines on Sexual and Reproductive Health, 2024.
Bei der Stoßwellentherapie geht es nicht darum, ein Symptom zu überbrücken. Fokussierte Stoßwellen regen die Neubildung von Blutgefäßen im Schwellkörper an – und setzen damit an der vaskulären Ursache an. Das Ziel ist eine Verbesserung der natürlichen Erektionsfähigkeit, ohne dauerhafte Medikamenteneinnahme.
Ihre Ansprechpartner
Dr. med. John Buckendahl
Facharzt für Urologie
Mikro-Ultraschall · Medikamentöse Tumortherapie · Lasertherapie · Andrologie
Vindhya Kohlmann
Fachärztin für Urologie
Urologie der Frau · Vorsorge & Früherkennung · Ambulante Eingriffe
Christian Heck
Facharzt für Urologie
Männergesundheit · Vorsorge & Früherkennung · Endoskopische Eingriffe
Wir sind für Sie da.
Sie möchten wissen, ob die Stoßwellentherapie für Sie infrage kommt? Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen – persönlich und vertraulich.
Häufige Fragen zur Stoßwellentherapie bei ED
Ist die Behandlung schmerzhaft?
Die fokussierte Stoßwellentherapie ist in der Regel gut verträglich. Viele Patienten spüren ein leichtes Kribbeln oder Klopfen während der Behandlung. Einzelne Impulse können als kurzer Druckimpuls wahrgenommen werden, ein Abbruch wegen Schmerzen ist in den bisherigen Studien praktisch nicht vorgekommen. Eine Betäubung ist nicht nötig.
Wie viele Sitzungen sind nötig?
Das Standardprotokoll umfasst 6 bis 12 Sitzungen, die ein- bis zweimal pro Woche stattfinden. Die genaue Anzahl hängt von Ihrem individuellen Befund und dem Ansprechen auf die Behandlung ab. Jede Sitzung dauert 15 bis 20 Minuten.
Wann tritt die Wirkung ein?
Die biologische Wirkung – die Neubildung von Blutgefäßen – beginnt etwa vier Wochen nach Behandlungsstart. Erste Verbesserungen der Erektionsfähigkeit berichten viele Patienten nach vier bis sechs Wochen. Die volle Wirkung entwickelt sich über drei bis sechs Monate. Der Effekt kann über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren anhalten.
Kann ich ESWT mit Medikamenten kombinieren?
Ja. Die Stoßwellentherapie kann parallel zu PDE-5-Hemmern wie Sildenafil oder Tadalafil eingesetzt werden. In einigen Fällen verbessert die ESWT das Ansprechen auf die Medikamente. Ob und wann eine Reduktion der Medikation möglich ist, besprechen wir im Verlauf der Behandlung.
Zahlt die Krankenkasse die Stoßwellentherapie?
Die ESWT bei Erektionsstörungen ist derzeit eine Selbstzahlerleistung (IGeL). Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht. Bei privaten Versicherungen ist eine Erstattung je nach Tarif möglich. Wir erstellen Ihnen vor Behandlungsbeginn einen detaillierten Kostenplan.
Welche Nebenwirkungen hat die Stoßwellentherapie?
Das Sicherheitsprofil der Li-ESWT ist sehr gut. Möglich sind leichte Rötungen oder ein vorübergehendes Kribbeln im behandelten Bereich, beides klingt in der Regel innerhalb weniger Stunden ab. Seltene Hämatome sind beschrieben. Langzeitnebenwirkungen sind in den bisherigen Studien nicht aufgetreten.