Erektile Dysfunktion (Impotenz) – Ursachen, Diagnose und Behandlung
Erektionsstörungen verstehen und gezielt behandeln – bei ProUro Berlin
Erektionsstörungen gehören zu den häufigsten andrologischen Beschwerden – knapp jeder fünfte Mann ist betroffen. In den meisten Fällen sind sie gut behandelbar. Erfahren Sie, welche Ursachen dahinterstecken und welche Behandlung helfen kann.
Termin buchenDefinition – was ist eine erektile Dysfunktion?
Eine erektile Dysfunktion (auch: Impotenz oder Erektionsstörung) liegt vor, wenn ein Mann über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten in mehr als zwei Dritteln der Versuche keine Erektion erreichen oder aufrechterhalten kann, die für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreicht.
So definieren es die Leitlinien der European Association of Urology (EAU, 2024).
Der Begriff Impotenz wird umgangssprachlich oft gleichbedeutend verwendet, ist medizinisch aber weniger präzise. Erektionsstörungen sind ein Teilaspekt der Männergesundheit – und weit häufiger, als viele Betroffene vermuten.
Ab wann spricht man von einer Erektionsstörung?
Gelegentliche Erektionsprobleme sind normal. Stress, Müdigkeit, Alkohol oder eine angespannte Beziehungssituation können dazu führen, dass eine Erektion ausbleibt. Das allein ist keine erektile Dysfunktion.
Entscheidend sind zwei Kriterien: Dauer und Häufigkeit. Wenn Erektionsprobleme über Monate bestehen und regelmäßig auftreten, sollten Sie die Ursache ärztlich abklären lassen. Die Grenze zwischen "normalem" Versagen und einer behandlungsbedürftigen Potenzstörung ist fließend – gerade deshalb lohnt sich ein offenes Gespräch mit dem Urologen.
Häufigkeit nach Altersgruppe
Die Kölner Studie (Braun et al., 2000) liefert die wichtigsten epidemiologischen Daten für Deutschland: 19,2 % aller Männer zwischen 30 und 80 Jahren sind von einer erektilen Dysfunktion betroffen. Die Häufigkeit steigt mit dem Alter deutlich an:
- 30–39 Jahre: 2,3 %
- 40–49 Jahre: 9,5 %
- 50–59 Jahre: 15,7 %
- 60–69 Jahre: 34,4 %
- 70–80 Jahre: 53,4 %
Daten: Kölner Studie, Braun et al. (2000)
Erektionsstörungen sind also keine Seltenheit – und kein reines Altersproblem. Auch Männer unter 40 können betroffen sein, häufig aus psychischen Gründen.
Ursachen von Erektionsstörungen
Eine Erektion ist ein komplexer Vorgang, an dem Blutgefäße, Nerven, Hormone und Psyche zusammenwirken. Entsprechend vielfältig sind die möglichen Ursachen einer Erektionsstörung – umgangssprachlich auch als Ursachen von Impotenz bezeichnet. In etwa 70–80 % der Fälle liegt eine organische Ursache zugrunde, bei den übrigen eine psychische – oder eine Kombination aus beiden.
Viele Betroffene fragen sich, warum eine Erektion nicht zustande kommt oder nicht bestehen bleibt. Diese Unterscheidung zwischen organisch und psychisch ist kein akademisches Detail. Sie bestimmt, welche Diagnostik sinnvoll ist und welche Therapie Erfolg verspricht.
Organische Ursachen
Die häufigste körperliche Ursache ist eine Durchblutungsstörung der Schwellkörper. Arteriosklerose – also die Verengung von Blutgefäßen durch Ablagerungen – betrifft die feinen Penisarterien oft früher als größere Gefäße. Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Diabetes mellitus und Rauchen beschleunigen diesen Prozess. Vaskuläre Ursachen machen den größten Anteil der organisch bedingten ED aus.
Neurologische Faktoren kommen ebenfalls infrage. Nervenschäden nach Operationen im Beckenbereich (etwa einer Prostata-Operation), Bandscheibenvorfälle oder Erkrankungen wie Multiple Sklerose können die Signalübertragung stören, die für eine Erektion nötig ist.
Hormonelle Veränderungen spielen eine weitere Rolle. Ein Testosteronmangel senkt nicht nur die Libido, sondern kann auch die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen. Der Hormonspiegel lässt sich durch eine Blutuntersuchung zuverlässig bestimmen.
Auch Medikamente können Erektionsprobleme auslösen oder verstärken. Betablocker, bestimmte Antidepressiva, Antiandrogene und Entwässerungsmittel stehen auf der Liste häufiger Auslöser. Wer einen Zusammenhang mit einem Medikament vermutet, sollte das mit dem behandelnden Arzt besprechen – auf keinen Fall eigenmächtig absetzen.
Psychische Ursachen
Bei jüngeren Männern ist eine psychogene erektile Dysfunktion besonders häufig. Leistungsangst steht an erster Stelle: Die Befürchtung, sexuell zu versagen, kann einen Teufelskreis auslösen. Ein einzelnes negatives Erlebnis führt zu Erwartungsangst, die bei der nächsten Situation die Erektion tatsächlich verhindert.
Stress im Beruf, Konflikte in der Partnerschaft, depressive Episoden und Erschöpfungszustände sind weitere häufige Auslöser. Ein Hinweis auf eine vorwiegend psychische Ursache: Morgendliche Spontanerektionen treten weiterhin auf, die Erektionsprobleme zeigen sich vor allem in der Partnersituation.
Psychogene und organische Faktoren schließen sich nicht gegenseitig aus. Häufig verstärken sie sich: Eine leichte Durchblutungsstörung führt zu gelegentlichem Versagen, die daraus resultierende Angst verfestigt das Problem. Eine sorgfältige Diagnostik hilft, beide Anteile zu erkennen.
Erektionsstörungen als Frühwarnsignal
Dieser Zusammenhang wird oft übersehen: Erektionsstörungen können ein frühes Warnsignal für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Die Penisarterien haben einen Durchmesser von nur 1–2 mm – deutlich kleiner als die Herzkranzgefäße (3–4 mm). Arteriosklerotische Veränderungen machen sich deshalb an den Penisgefäßen typischerweise drei bis fünf Jahre früher bemerkbar als am Herzen.
Eine erektile Dysfunktion bei einem ansonsten gesunden Mann über 40 sollte daher immer auch an eine kardiovaskuläre Abklärung denken lassen. Die EAU-Leitlinien (2024) empfehlen bei neu diagnostizierter ED ausdrücklich eine Bewertung des kardiovaskulären Risikoprofils.
Erektionsstörungen können ein frühes Warnsignal für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Die feinen Penisarterien sind mit 1–2 mm Durchmesser deutlich kleiner als die Herzkranzgefäße – arteriosklerotische Veränderungen machen sich hier oft drei bis fünf Jahre früher bemerkbar als am Herzen. Eine Abklärung beim Urologen kann deshalb im besten Fall auch einem Herzinfarkt vorbeugen.
Diagnostik – so stellen wir die Ursache fest
Viele Männer zögern aus Scham, einen Arzt aufzusuchen. Deshalb vorweg: Das Gespräch über Erektionsprobleme gehört zu unserem Praxisalltag. Es ist ein medizinisches Thema wie jedes andere. Bei ProUro nehmen wir uns Zeit für eine gründliche Abklärung – vertraulich und ohne Zeitdruck.
Die Diagnostik bei Erektionsstörungen folgt einem strukturierten Ablauf:
- Ausführliches Anamnesegespräch mit standardisiertem Fragebogen
- Körperliche Untersuchung
- Labordiagnostik (Hormone, Blutzucker, Blutfette)
- Dopplersonographie der Penisgefäße (bei Verdacht auf vaskuläre Ursache)
- Weiterführende Untersuchungen nach Bedarf
Anamnese und Fragebogen (IIEF-5)
Am Anfang steht das Gespräch. Wir fragen nach Art und Dauer der Beschwerden, nach Begleiterkrankungen, Medikamenten und nach der psychischen Belastung. Dabei kommt der IIEF-5 zum Einsatz – ein international standardisierter Fragebogen mit fünf Fragen zur Erektionsfähigkeit.
Der IIEF-5 ergibt einen Score von 5 bis 25 (fünf Fragen mit je 1–5 Punkten). Ein Wert zwischen 22 und 25 gilt als normal. Scores von 17–21 sprechen für eine leichte erektile Dysfunktion, 12–16 für eine leichte bis mittlere, 8–11 für eine mittlere und 5–7 für eine schwere. Der Fragebogen objektiviert die Beschwerden und hilft, den Verlauf unter Therapie zu beurteilen.
Falls Sie den Fragebogen im Vorfeld ausfüllen möchten: Wir stellen ihn Ihnen gern beim Termin zur Verfügung. Das erleichtert das Gespräch, weil die wesentlichen Punkte bereits strukturiert vorliegen.
Körperliche Untersuchung und Labor
Die körperliche Untersuchung umfasst eine Beurteilung der Genitalien, das Abtasten der Prostata und eine Überprüfung der peripheren Durchblutung und Sensibilität. Das klingt aufwendiger, als es ist – der Untersuchungsgang dauert wenige Minuten.
Die Blutuntersuchung gibt Aufschluss über mögliche organische Ursachen. Zum Standardprogramm gehören der Hormonstatus (Gesamttestosteron, bei Auffälligkeiten freies Testosteron, LH, Prolaktin), Nüchternblutzucker bzw. HbA1c, Blutfette (Cholesterin, Triglyceride) und ein Blutbild.
Diese Werte zeigen, ob ein Hormonmangel, ein Diabetes oder ein erhöhtes Gefäßrisiko vorliegt.
Wie wird die Durchblutung der Schwellkörper gemessen?
Wenn die Anamnese und der Laborbefund auf eine vaskuläre Ursache hindeuten, setzen wir die Farbduplexsonographie der Penisgefäße ein. Dabei wird die Durchblutung der Schwellkörper unter kontrollierten Bedingungen per Ultraschall gemessen – nach Gabe eines gefäßerweiternden Medikaments (Alprostadil).
Die Untersuchung misst die Blutflussgeschwindigkeit in den Penisarterien und zeigt, ob die Durchblutung ausreichend ist (arteriell) und ob das Blut korrekt im Schwellkörper gehalten wird (venös).
Eine arterielle Flussgeschwindigkeit unter 25 cm/s spricht für eine arteriell bedingte ED, ein vorzeitiger venöser Rückstrom für eine venöse Leckage. Beides hat direkte Konsequenzen für die Therapiewahl.
Dieses Verfahren ist nicht invasiv, dauert etwa 20 Minuten und liefert eine belastbare Grundlage für die weitere Behandlung.
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Behandlung von Erektionsstörungen
Die Therapie einer erektilen Dysfunktion richtet sich nach der Ursache, dem Schweregrad und Ihren persönlichen Wünschen. Grundsätzlich gilt ein Stufenschema: von konservativen Maßnahmen und Medikamenten über nicht-invasive Verfahren wie die Stoßwellentherapie bis hin zu operativen Optionen.
Welche Behandlung für Sie infrage kommt, entscheiden wir gemeinsam – auf Basis der Diagnostik und im Gespräch über Ihre Erwartungen.
PDE-5-Hemmer (Viagra, Cialis & Co.)
PDE-5-Hemmer sind nach den EAU-Leitlinien (2024) die medikamentöse Erstlinientherapie bei erektiler Dysfunktion. Zu dieser Wirkstoffgruppe gehören Sildenafil (Viagra), Tadalafil (Cialis), Vardenafil (Levitra) und Avanafil (Spedra). Sie hemmen ein Enzym, das den Abbau von cGMP beschleunigt – einem Botenstoff, der für die Entspannung der Schwellkörpermuskulatur und damit für die Erektion nötig ist.
Die Wirkung setzt sexuelle Stimulation voraus. PDE-5-Hemmer erzeugen keine Erektion aus dem Nichts, sie erleichtern sie. Die Erfolgsrate liegt bei etwa 60–70 % und hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab: Bei rein psychogener ED wirken sie zuverlässiger als bei schwerer vaskulärer Schädigung.
Mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Gesichtsrötung und Verdauungsbeschwerden. Wer Nitrate einnimmt (etwa bei koronarer Herzkrankheit), darf PDE-5-Hemmer nicht verwenden – es besteht die Gefahr eines lebensbedrohlichen Blutdruckabfalls. Deshalb ist die ärztliche Verordnung und Beratung unerlässlich.
PDE-5-Hemmer behandeln das Symptom, nicht die Ursache. Bei regelmäßiger Einnahme von Tadalafil in niedriger Dosierung (5 mg täglich) gibt es Hinweise auf eine verbesserte endotheliale Funktion – aber eine kausale Therapie ersetzen sie nicht.
Stoßwellentherapie (ESWT) – medikamentenfrei behandeln
Die Stoßwellentherapie (ESWT) verfolgt einen anderen Ansatz als Medikamente: Sie zielt auf die Ursache, nicht auf das Symptom. Bei der niedrigenergetischen extrakorporalen Stoßwellentherapie (Li-ESWT) werden fokussierte Schallwellen auf das Schwellkörpergewebe gerichtet. Der Wirkmechanismus beruht auf dem Prinzip der Neovaskularisation – die Stoßwellen regen die Bildung neuer Blutgefäße an und verbessern so die Durchblutung der Schwellkörper.
Für wen ist die ESWT geeignet?
Die besten Ergebnisse zeigen Patienten mit milder bis moderater vaskulärer ED – also genau die Gruppe, bei der eine Durchblutungsstörung vorliegt, die Schwellkörper aber noch nicht irreversibel geschädigt sind. Die Behandlung umfasst typischerweise sechs Sitzungen über drei Wochen, jeweils ambulant und ohne Narkose. Die Sitzung dauert etwa 20 Minuten und ist in der Regel schmerzfrei. Erste Effekte zeigen sich häufig nach vier bis sechs Wochen, die volle Wirkung entwickelt sich über mehrere Monate.
Studienlage
Die Studienlage zur Li-ESWT hat sich in den letzten Jahren verdichtet. Meta-Analysen (u. a. Clavijo et al., 2017) zeigen statistisch signifikante Verbesserungen des IIEF-Scores gegenüber Placebo bei Patienten mit vaskulärer ED. Die EAU-Leitlinien stufen die Li-ESWT als Behandlungsoption ein, weisen aber darauf hin, dass die Langzeitdaten noch begrenzt sind.
Bei ProUro bieten wir die Stoßwellentherapie an unserem Standort an. Ob sie für Ihre Situation geeignet ist, klären wir im Rahmen der Diagnostik – insbesondere anhand der Dopplersonographie.
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Weitere Therapieoptionen
Wenn PDE-5-Hemmer nicht wirken oder nicht vertragen werden, stehen weitere Verfahren zur Verfügung.
Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT)
Alprostadil wird direkt in den Schwellkörper injiziert. Die Erektion tritt innerhalb von 5–10 Minuten ein, unabhängig von sexueller Stimulation. Die Erfolgsrate ist hoch, die Methode erfordert aber die Bereitschaft zur Selbstinjektion. Wir schulen Patienten in der Handhabung und passen die Dosierung individuell an.
Intraurethrale Applikation (MUSE)
Wer die Nadelinjektion scheut, für den kommt MUSE infrage. Dabei wird ein Alprostadil-haltiges Pellet über einen Einmalapplikator in die Harnröhre eingeführt. Der Wirkstoff gelangt über die Schleimhaut in die Schwellkörper. Die Wirksamkeit liegt etwas unter der der SKAT – dafür entfällt die Injektion, was für viele Patienten den Ausschlag gibt.
Vakuumpumpe
Ein nicht-medikamentöser Weg: Der Penis wird in einen Zylinder eingeführt, der durch Unterdruck eine Erektion erzeugt. Ein Gummiring an der Penisbasis hält das Blut im Schwellkörper. Die Methode kommt ohne Medikamente aus, wird aber von einigen Paaren als unpraktisch empfunden.
Penisimplantat (Schwellkörperprothese)
Erst wenn alle anderen Therapien ausgeschöpft sind, kommt ein Penisimplantat infrage. Ein hydraulisches System wird operativ in die Schwellkörper eingesetzt. Die Patientenzufriedenheit ist hoch, der Eingriff aber irreversibel – die natürliche Erektionsfähigkeit geht dabei verloren.
Welche Therapie für Sie geeignet ist, klären wir in einem persönlichen Beratungsgespräch.
Was Sie selbst tun können
Neben der ärztlichen Behandlung gibt es wirksame Maßnahmen, die Sie eigenständig umsetzen können. Sie ersetzen keine Diagnostik, aber sie können die Behandlung unterstützen – und in leichten Fällen bereits ausreichen.
Beckenbodentraining
Gezieltes Training stärkt die Muskulatur, die den venösen Blutabfluss aus den Schwellkörpern reguliert. Studien zeigen messbare Verbesserungen nach drei bis sechs Monaten.
Ausdauer & Krafttraining
150 Minuten moderate Bewegung pro Woche verbessern die Gefäßfunktion nachweislich. HIIT und Krafttraining steigern zusätzlich die Testosteronproduktion.
Rauchstopp & Gewicht
Rauchen schädigt die Gefäßinnenwand – einer der stärksten beeinflussbaren Risikofaktoren. Bereits 5–10 % Gewichtsreduktion können einen spürbaren Unterschied machen.
Mediterrane Ernährung
Eine Ernährung reich an Gemüse, Obst, Nüssen, Olivenöl und Fisch gilt als gefäßschützend. Mehrere Studien zeigen einen Zusammenhang mit geringerem ED-Risiko.
Beckenbodentraining und Bewegung
Welche Übungen bei erektiler Dysfunktion helfen, hängt vom Schweregrad ab – am besten belegt ist gezieltes Beckenbodentraining. Es stärkt die Muskulatur, die den venösen Blutabfluss aus den Schwellkörpern reguliert. Studien zeigen, dass ein strukturiertes Training über drei bis sechs Monate bei leichter bis moderater ED die Erektionsfähigkeit verbessern kann.
Basisübung
Spannen Sie die Muskeln an, die Sie auch beim Unterbrechen des Urinstrahls nutzen würden. Halten Sie die Spannung fünf Sekunden, entspannen Sie zehn Sekunden. Drei Sätze mit jeweils zehn Wiederholungen, einmal täglich.
Beckenhebung (Bridge)
Legen Sie sich auf den Rücken, stellen Sie die Füße hüftbreit auf und heben Sie das Becken an, bis Oberschenkel und Rumpf eine Linie bilden. Spannen Sie dabei bewusst die Beckenbodenmuskulatur an, halten Sie die Position fünf Sekunden und senken Sie das Becken kontrolliert ab. Zehn Wiederholungen in drei Sätzen.
Wer unsicher ist, ob er die richtigen Muskeln anspricht, profitiert von einer physiotherapeutischen Anleitung. Der Effekt stellt sich nicht sofort ein – Geduld über mehrere Wochen ist nötig.
Ausdauer- und Krafttraining
150 Minuten moderate Aktivität pro Woche – zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen – verbessern die Gefäßfunktion und senken das Risiko für Erektionsprobleme nachweislich. Krafttraining und hochintensives Intervalltraining (HIIT) können die Wirkung ergänzen: Beide Trainingsformen steigern die Testosteronproduktion und verbessern die Insulinsensitivität, zwei Faktoren, die für die Erektionsfähigkeit relevant sind.
Risikofaktoren reduzieren
Rauchen schädigt die Gefäßinnenwand (Endothel) und ist einer der stärksten beeinflussbaren Risikofaktoren für eine erektile Dysfunktion. Ein Rauchstopp kann die Erektionsfähigkeit verbessern – nicht über Nacht, aber messbar innerhalb von Monaten.
Übergewicht, insbesondere abdominales Fettgewebe, fördert über Insulinresistenz und chronische Entzündungsprozesse die Entstehung vaskulärer ED. Bereits eine Gewichtsreduktion von 5–10 % kann einen spürbaren Unterschied machen.
Ernährung: Eine mediterrane Ernährungsweise – reich an Gemüse, Obst, Nüssen, Olivenöl und Fisch – gilt als gefäßschützend. Mehrere Beobachtungsstudien zeigen einen Zusammenhang mit geringerem ED-Risiko. Eine Ernährungsumstellung allein wird eine bestehende Potenzstörung nicht beseitigen, aber sie verbessert die Rahmenbedingungen für jede weitere Therapie.
Alkohol in moderaten Mengen hat keinen nachgewiesenen negativen Einfluss. Regelmäßiger starker Alkoholkonsum dagegen beeinträchtigt sowohl die Nervenfunktion als auch den Hormonstoffwechsel.
Wann sollten Sie zum Arzt gehen?
Wenn Erektionsprobleme über mehrere Wochen wiederholt auftreten und Sie oder Ihre Partnerschaft belasten, ist ein ärztliches Gespräch sinnvoll. Die Ursache lässt sich in den meisten Fällen feststellen – und die Behandlung beginnt mit einem einfachen Termin.
Erektionsstörungen betreffen knapp jeden fünften Mann. Es gibt keinen Grund, das Thema vor dem Arzt zu vermeiden. Bei ProUro führen unsere Fachärzte für Andrologie diese Gespräche täglich – vertraulich, sachlich und ohne Bewertung.
Der Ablauf beim Ersttermin: Sie kommen in unsere Praxis am Standort Bismarckstraße, führen ein ausführliches Anamnesegespräch, erhalten bei Bedarf eine körperliche Untersuchung und eine Blutentnahme. Eine Überweisung benötigen Sie nicht.
In den meisten Fällen können wir bereits nach dem ersten Termin eine Einschätzung geben und gemeinsam einen Behandlungsplan besprechen.
Sie möchten Ihre Situation besprechen? Unsere Fachärzte nehmen sich Zeit für Sie – vertraulich und ohne Zeitdruck.
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Quellenangaben
- European Association of Urology (EAU): Guidelines on Sexual and Reproductive Health, 2024.
- Braun M, Wassmer G, Klotz T et al.: Epidemiology of erectile dysfunction: results of the "Cologne Male Survey". Int J Impot Res 12, 305–311 (2000).
- Clavijo RI, Kohn TP, Kohn JR, Ramasamy R: Low-Intensity Extracorporeal Shockwave Therapy for Erectile Dysfunction: A Systematic Review and Meta-Analysis. J Sex Med 14(1), 27–35 (2017).
Ihre Ansprechpartner
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Dr. med. John Buckendahl
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Mikro-Ultraschall · Medikamentöse Tumortherapie · Lasertherapie · Andrologie
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Häufige Fragen zu Erektionsstörungen
Ist eine Erektionsstörung heilbar?
Das hängt von der Ursache ab. Psychogene Erektionsstörungen lassen sich häufig durch eine Sexualtherapie oder psychotherapeutische Begleitung auflösen. Bei organischen Ursachen wie Durchblutungsstörungen zielt die Behandlung darauf, die Funktion wiederherzustellen oder zu verbessern – etwa durch die Stoßwellentherapie, die eine Neubildung von Blutgefäßen anregen kann. Eine vollständige Beseitigung der Ursache ist nicht immer möglich, eine deutliche Verbesserung in vielen Fällen aber realistisch.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Die ärztliche Diagnostik – Gespräch, Untersuchung, Laborwerte – wird von gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen. Medikamente wie PDE-5-Hemmer sind seit 2004 von der Kostenübernahme durch die GKV ausgeschlossen und müssen privat bezahlt werden. Die Stoßwellentherapie ist derzeit ebenfalls eine Selbstzahlerleistung. Bei ProUro erhalten Sie vor Behandlungsbeginn einen individuellen Kostenplan, damit Sie die Kosten vorab kennen.
Kann eine Erektionsstörung auch junge Männer betreffen?
Ja. Etwa 2,3 % der Männer zwischen 30 und 39 Jahren berichten über Erektionsprobleme (Braun et al., 2000). Bei jüngeren Männern sind psychische Ursachen – Leistungsdruck, Versagensangst, Stress – häufiger als organische. Auch übermäßiger Pornokonsum wird als Faktor diskutiert, die wissenschaftliche Evidenz dazu ist allerdings noch begrenzt. Eine Abklärung lohnt sich in jedem Alter.
Was kann die Partnerin oder der Partner tun?
Offene Kommunikation ist der wirksamste Beitrag. Erektionsstörungen belasten nicht nur den Betroffenen, sondern oft auch die Partnerschaft. Verständnis und die Bereitschaft, das Thema ohne Schuldzuweisungen anzusprechen, senken den psychischen Druck erheblich. In manchen Fällen ist eine gemeinsame sexualtherapeutische Beratung sinnvoll – gerade wenn Leistungsangst eine zentrale Rolle spielt.