Prostata schonend lasern mit dem Greenlight-Laser
Minimalinvasiv, blutungsarm, auch unter Blutverdünnern – individuell angepasst.
Die Greenlight-Laser-OP verdampft überschüssiges Prostatagewebe über die Harnröhre – minimalinvasiv und blutungsarm. Der Harnfluss verbessert sich sofort. Bei ProUro setzen wir den Greenlight-Laser seit 2010 ein und haben die Technik seither kontinuierlich weiterentwickelt.
Termin buchenFür wen ist die Greenlight-Laser-OP geeignet?
Die Greenlight-Laser-OP kommt für Männer in Frage, deren BPH-Beschwerden mit Medikamenten nicht ausreichend kontrolliert werden können. Typische Ausgangssituationen sind moderate bis schwere Harnwegsbeschwerden (LUTS), wiederkehrende Harnwegsinfekte, Blasensteine, erhöhter Restharn oder eine Überlaufblase.
Ein entscheidender Vorteil: Blutverdünnende Medikamente (Antikoagulation) müssen vor dem Eingriff nicht abgesetzt werden. In einer Studie mit 626 Hochrisiko-Patienten (ASA-Klassifikation 3 und höher), von denen 35 Prozent Blutverdünner einnahmen, zeigten sich vergleichbare Ergebnisse wie bei Patienten ohne erhöhtes Risikoprofil (Nguyen et al. 2022).
Das Verfahren eignet sich für alle Prostatagrößen. Auch bei Drüsenvolumina über 80 ml bestätigen aktuelle Daten die Wirksamkeit und Sicherheit (Corsi et al. 2023). Bei sehr großen Drüsen ersetzt die Greenlight-Laser-OP die offene Operation.
So funktioniert die Greenlight-Laser-OP
Der Greenlight-Laser arbeitet mit einer Wellenlänge von 532 nm im grünen Lichtspektrum. Diese Wellenlänge wird gezielt im durchbluteten Prostatagewebe absorbiert. Das Gewebe wird dabei verdampft – ein Vorgang, der als Photoselektive Vaporisation (PVP) bezeichnet wird. Das aktuelle XPS-System arbeitet mit 180 Watt Leistung und ermöglicht eine effektive Gewebeabtragung bei gleichzeitig geringem Blutungsrisiko.
Die Operation erfolgt minimalinvasiv durch die Harnröhre. Ein sogenanntes TUR-Syndrom – eine potenziell gefährliche Elektrolytverschiebung im Blut, die bei der klassischen TURP auftreten kann – ist beim Greenlight-Laser ausgeschlossen.
Vaporisation, GreenLEP und ejakulationserhaltende Technik
Der entscheidende Vorteil des Greenlight-Lasers bei ProUro liegt in seiner Vielseitigkeit: Wir setzen den Laser nicht nach Schema F ein, sondern passen die Technik an Ihre Anatomie, Ihre Prostatagröße und Ihre persönlichen Prioritäten an – von der schonenden Vaporisation bis zur vollständigen Enukleation.
Bei kleineren bis mittelgroßen Drüsen wird das überschüssige Gewebe schichtweise verdampft (Vaporisation) – präzise und gewebeschonend. Wenn der Erhalt der Ejakulation Priorität hat, arbeiten wir mit einer ejakulationserhaltenden Technik: Das Gewebe nahe der Samenwege wird dabei besonders geschont. Ob diese Option für Sie in Frage kommt, besprechen wir im persönlichen Gespräch.
Bei großen Prostatadrüsen kann das gesamte Adenom mit dem Laser aus der Kapsel gelöst und entfernt werden – die sogenannte Laser-Enukleation (GreenLEP). Das Verfahren folgt denselben anatomischen Prinzipien wie die HoLEP (Holmium-Laser-Enukleation): Das gesamte Adenomgewebe wird vollständig aus der Prostatakapsel herausgelöst. In Bezug auf Gewebeabtragung, Symptomverbesserung und Langzeitergebnis ist die GreenLEP der HoLEP gleichwertig.
Der Unterschied liegt im Sicherheitsprofil. Die Wellenlänge des Greenlight-Lasers wirkt stärker koagulierend auf kleine Gefäße – Blutungen treten seltener auf, und blutverdünnende Medikamente müssen nicht abgesetzt werden. Wie bei der HoLEP steht das entnommene Gewebe für eine histologische Untersuchung zur Verfügung. So wird nicht nur die BPH behandelt, sondern gleichzeitig ein mögliches Karzinom im entnommenen Gewebe erkannt.
Ablauf der OP
Der Eingriff findet stationär in der Meoclinic Berlin statt. Die Narkose erfolgt als Spinalanästhesie oder Vollnarkose – welche Form für Sie geeignet ist, besprechen wir im Vorgespräch. Die OP-Dauer liegt je nach Prostatagröße bei 30 bis 90 Minuten. Im Anschluss wird ein Katheter eingelegt, der in der Regel nach etwa zwei Tagen entfernt wird.
Ergebnisse und Studienlage
Die Wirksamkeit der Greenlight-Laser-OP ist durch internationale Langzeitdaten belegt. In der Auswertung der Global Greenlight Group (GGG) – einem Register mit 3.627 Patienten aus 7 Zentren in 6 Ländern – verbesserte sich der IPSS (Internationaler Prostata-Symptomscore) von durchschnittlich 20 auf 6 Punkte über einen Zeitraum von fünf Jahren. Der maximale Harnfluss verdoppelte sich nahezu von 9 auf 18 ml/s (Law et al. 2021). Die Re-Behandlungsrate lag bei 1,5 Prozent über fünf Jahre.
Im direkten Vergleich mit der TURP zeigt sich die Greenlight-Laser-OP gleich wirksam, jedoch mit weniger Blutungskomplikationen und kürzerer Liegezeit. In einer Studie an der Charité mit 254 Patienten betrug die Blutungsrate nach PVP 5 Prozent gegenüber 14 Prozent nach TURP. Die Katheterzeit war kürzer, der stationäre Aufenthalt um zwei Tage reduziert (Reimann et al. 2019).
Prof. Dr. Hannes Cash ist als Ausbilder für den Greenlight-Laser tätig und hat als Letztautor die 9-Jahres-Auswertung der GGG mitverantwortet, die eine kontinuierliche Reduktion der Komplikationsrate um 17 Prozent pro Jahr dokumentiert (Lichy et al. 2022).
Risiken und Nebenwirkungen
Die häufigsten Nebenwirkungen nach einer Greenlight-Laser-OP sind vorübergehender Harndrang und retrograde Ejakulation (Samenerguss in die Blase statt nach außen). Im Vergleich zur TURP treten Blutungen deutlich seltener auf: 5 Prozent nach PVP gegenüber 14 Prozent nach TURP (Reimann et al. 2019). Bluttransfusionen sind nach dem Greenlight-Laser praktisch nicht erforderlich.
Etwa zwei Wochen nach der OP löst sich der innere Wundschorf in der Prostataloge. Dabei können leichte Blutbeimengungen im Urin auftreten. Erhöhte Trinkmenge hilft, die Blutung zu stillen. Seltene Spätkomplikationen sind eine Verengung des Blasenhalses oder der Harnröhre (Striktur). Eine erneute Operation wegen Nachwachsens der Prostata ist selten – in der 9-Jahres-Analyse der GGG zeigt sich eine kontinuierlich sinkende Komplikationsrate bei wachsender chirurgischer Erfahrung (Lichy et al. 2022).
Nach der OP – Nachsorge und Erholung
Nach einer Greenlight-Laser-OP beträgt der Krankenhausaufenthalt in der Regel 2 bis 3 Tage. Der Katheter wird meist nach 2 Tagen entfernt. Zum Vergleich: Bei der TURP liegt die durchschnittliche Liegezeit bei 4 Tagen. Die vollständige Heilung der Prostataloge dauert etwa 8 Wochen.
In den ersten 4 bis 6 Wochen nach dem Eingriff gelten folgende Empfehlungen:
- Nicht schwerer als 5 kg heben
- Kein intensiver Sport und kein Radfahren
- Geschlechtsverkehr vermeiden
- Verstopfung durch angepasste Ernährung vorbeugen
Vorübergehender Harndrang in den ersten Wochen ist normal. Der Urin fließt über die innere Wundfläche der Prostata, was eine Reizung verursacht. Falls nötig, können Medikamente die Beschwerden lindern. Nach etwa 8 - 12 Wochen ist die Heilung abgeschlossen.
Greenlight-Laser, Rezum oder TURP – Entscheidungshilfe
Welches Verfahren sich für Ihre Situation eignet, hängt von mehreren Faktoren ab: Prostatagröße, Begleitmedikation, persönliche Prioritäten und Erwartungen an die Erholung. Die folgende Tabelle stellt die drei gängigsten BPH-Verfahren gegenüber.
| Kriterium | Greenlight-Laser | HoLEP | Rezum Wasserdampftherapie | TURP |
|---|---|---|---|---|
| Prostatagröße | Alle Größen | Alle Größen | Bis ca. 80 ml | Alle Größen |
| Blutverdünnung | Kein Absetzen nötig | Absetzen nötig | Absetzen nötig | Absetzen nötig |
| Ejakulation | Retrograde Ejakulation möglich; ejakulationserhaltende Technik verfügbar | Retrograde Ejakulation häufig | Meist erhalten | Retrograde Ejakulation häufig |
| Liegezeit | 2–3 Tage | 2-3 Tage | 2 Tage | 3–5 Tage |
| Langzeitdaten | >9 Jahre (GGG) | >15 Jahre | Ca. 5 Jahre | >20 Jahre |
| Narkose | Spinal-/Vollnarkose | Spinal-/Vollnarkose | Meist Sedierung | Spinal-/Vollnarkose |
Der Greenlight-Laser bietet die längste Datenbasis unter den minimalinvasiven Verfahren und eignet sich besonders, wenn eine Blutverdünnung fortgeführt werden muss oder die Prostata sehr groß ist. Bei großen Drüsen ist die GreenLEP der HoLEP anatomisch und funktionell gleichwertig, hat aber den Vorteil eines geringeren Blutungsrisikos und kann ohne Pause der Antikoagulation durchgeführt werden. Die Rezum Wasserdampftherapie ist eine gute Wahl, wenn der Erhalt der Ejakulation hohe Priorität hat und die Prostata im Bereich von 30 bis 80 ml liegt. Die TURP bleibt der Goldstandard mit über 20 Jahren Evidenz, ist jedoch mit einer höheren Rate an Blutungskomplikationen und längerer Erholung verbunden. Ein Review von Schwartz und Kollegen zeigt: PVP führt zu 88 Prozent weniger Transfusionen bei 42 Stunden kürzerer Katheterzeit im Vergleich zur TURP (Schwartz et al. 2021).
Welches Verfahren zu Ihrer Situation passt, klären wir gemeinsam in einem Beratungsgespräch.
Kosten und Kassenleistung
Die Greenlight-Laser-OP ist eine Kassenleistung. Der Eingriff wird über das DRG-System (diagnosebezogene Fallpauschale) abgerechnet. Für gesetzlich Versicherte entstehen bei stationärer Durchführung keine zusätzlichen Kosten über die übliche Zuzahlung hinaus. Privatversicherte klären die Kostenübernahme mit ihrer Versicherung – die Erstattung erfolgt in der Regel vollständig, da das Verfahren medizinisch etabliert und leitlinienkonform ist.
Quellen:
- Reimann M, Fishman N, Lichy I, Wiemer L, Hofbauer S, Almedom Z, Buckendahl J, Steiner U, Schlomm T, Friedersdorff F, Cash H. Outcome of Photoselective Vaporization of the Prostate with the GreenLight-XPS 180W System Compared to Transurethral Resection of the Prostate. J Clin Med. 2019;8:1004.
- Law KW, Elterman DS, Cash H, Rijo E, Chughtai B, Misrai V, Zorn KC. Global Greenlight Group: largest international Greenlight experience for BPH to assess efficacy and safety. World J Urol. 2021;39:4389-4395.
- Lichy I, Cash H, et al. Global experience and progress in GreenLight-XPS 180-W laser vaporization of the prostate. World J Urol. 2022.
- Schwartz RN, et al. Reasons to believe in vaporization: a review of the benefits of photoselective vaporization of the prostate. World J Urol. 2021.
- Nguyen DD, et al. GreenLight photovaporization of the prostate in high-risk patients. World J Urol. 2022.
- Corsi N, et al. Functional outcomes of GreenLight 180-W photoselective vaporization of the prostate in patients with large prostates (≥80 ml). 2023.
Greenlight-Laser bei ProUro in der Meoclinic Berlin
Unsere Ärzte setzen den Greenlight-Laser seit 2010 ein. Prof. Dr. Cash ist als Ausbilder für das Verfahren tätig und hat 2024 eine Live-OP auf dem Kongress der European Association of Urology durchgeführt. Stationäre Eingriffe finden in der Meoclinic statt – zentral gelegen, mit persönlicher Betreuung durch unser Team.
Ihre Ansprechpartner für die Greenlight-Laser-OP
Prof. Dr. med. Hannes Cash
Facharzt für Urologie
Mikro-Ultraschall · Medikamentöse Tumortherapie · Lasertherapie · Prostata-Diagnostik
Dr. med. John Buckendahl
Facharzt für Urologie
Mikro-Ultraschall · Medikamentöse Tumortherapie · Lasertherapie · Andrologie
Häufige Fragen zur Prostata-Laser-OP
Welche Risiken hat die Prostata-Laser-OP?
Die häufigsten Nebenwirkungen sind vorübergehender Harndrang und retrograde Ejakulation. Blutungen treten seltener auf als bei der TURP (5 % vs. 14 %, Reimann et al. 2019). Schwere Komplikationen wie Harnröhrenstrikturen oder eine erneute OP sind selten. Bluttransfusionen sind nach dem Greenlight-Laser praktisch nicht erforderlich.
Wie lange muss ich nach dem Lasern im Krankenhaus bleiben?
Der stationäre Aufenthalt nach einer Greenlight-Laser-OP beträgt in der Regel 2 bis 3 Tage. Der Katheter wird meist nach 2 Tagen entfernt. Zum Vergleich: Nach einer TURP liegt die Liegezeit bei durchschnittlich 4 Tagen.
Kann die Greenlight-OP auch unter Blutverdünnern durchgeführt werden?
Ja. Blutverdünnende Medikamente wie Marcumar oder Xarelto müssen vor der Greenlight-Laser-OP nicht abgesetzt werden. In einer Studie mit 626 Hochrisiko-Patienten, von denen 35 Prozent Antikoagulanzien einnahmen, waren die Ergebnisse vergleichbar mit denen nicht-antikoagulierter Patienten (Nguyen et al. 2022).
Welche Narkose wird für die Prostata-Laser-OP verwendet?
Der Eingriff erfolgt unter Spinalanästhesie oder Vollnarkose. Welche Form für Sie in Frage kommt, hängt von Ihrer gesundheitlichen Situation ab und wird im Vorgespräch mit dem Anästhesisten besprochen.
Was ist der Unterschied zwischen Greenlight-Laser und HoLEP?
Beide Verfahren behandeln die BPH minimalinvasiv über die Harnröhre und sind in ihrer Wirksamkeit gleichwertig. Bei der HoLEP wird das Adenom mit einem Holmium-Laser aus der Kapsel gelöst. Bei der GreenLEP (Greenlight-Laser-Enukleation) erfolgt der gleiche anatomische Eingriff mit dem Greenlight-Laser. Gewebeabtragung, Symptomverbesserung und Langzeitergebnisse sind vergleichbar. In beiden Fällen steht das entnommene Gewebe für eine histologische Untersuchung zur Verfügung.
Der Unterschied liegt im Sicherheitsprofil: Beim Greenlight-Laser müssen blutverdünnende Medikamente nicht abgesetzt werden, und Blutungen treten seltener auf. Zudem bietet der Greenlight-Laser bei kleineren Drüsen die Option der Vaporisation, bei der das Gewebe schichtweise verdampft wird – eine Variante, die mit der HoLEP nicht möglich ist.
Ist die GreenLEP gleichwertig zur HoLEP?
Ja. Die GreenLEP folgt denselben anatomischen Prinzipien wie die HoLEP – das gesamte Adenom wird aus der Prostatakapsel herausgelöst. Studien zeigen vergleichbare Ergebnisse bei IPSS-Verbesserung, Harnflussrate und Re-Behandlungsrate. Der wesentliche Vorteil der GreenLEP: Sie kann auch bei Patienten unter Antikoagulation sicher durchgeführt werden, und die Blutungsrate ist niedriger.
Ist die Prostata-Laser-OP eine Kassenleistung?
Ja. Die Greenlight-Laser-OP wird über das DRG-System abgerechnet und ist eine reguläre Kassenleistung. Für gesetzlich Versicherte fallen bei stationärer Durchführung keine zusätzlichen Kosten an.
Ab welcher Prostatagröße ist eine Laser-OP sinnvoll?
Die Greenlight-Laser-OP kann unabhängig von der Prostatagröße durchgeführt werden. Entscheidend für die Indikation ist nicht allein das Drüsenvolumen, sondern die Schwere Ihrer Beschwerden und der bisherige Verlauf der medikamentösen Therapie. Ob ein Eingriff für Sie sinnvoll ist, klären wir auf Basis Ihrer Befunde im Beratungsgespräch. Grundsätzlich gilt: Eine frühzeitige Prostata-Vorsorge hilft, Veränderungen rechtzeitig zu erkennen.