Prostata-Vorsorge beim Urologen – Früherkennung, die weiter geht
Prostatakrebs ist mit rund 65.000 Neudiagnosen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Im Frühstadium verursacht er keine Beschwerden. Wird er rechtzeitig erkannt, kann er in vielen Fällen erfolgreich behandelt werden. Bei ProUro gehen wir über den Kassenstandard hinaus: mit PSA-Diagnostik, hochauflösender Bildgebung und einer klaren Abklärungsstrategie.
Vorsorgetermin vereinbarenWarum Vorsorge beim Urologen wichtig ist
Prostatakrebs wächst langsam und verursacht im Frühstadium keine Symptome. Kein Schmerz, kein verändertes Wasserlassen, kein Druckgefühl. Wenn Beschwerden auftreten, ist die Erkrankung häufig bereits fortgeschritten – und die Behandlung wird aufwendiger.
Genau hier setzt die Früherkennung an. Bei rechtzeitiger Diagnose liegen die Heilungschancen bei über 90 Prozent (Leitlinienprogramm Onkologie, S3-Leitlinie Prostatakarzinom, 2025). Die Krebsvorsorge beim Urologen zielt darauf ab, einen Tumor zu finden, bevor er tastbar wird, bevor er Beschwerden macht – und bevor eingreifende Therapien nötig werden.
Der Hausarzt kann eine erste Einschätzung geben. Für die gezielte Früherkennung von Prostataerkrankungen ist der Urologe der richtige Ansprechpartner: Er verfügt über die Diagnostik, die Erfahrung und – bei auffälligen Befunden – über die nächsten Schritte.
Ab wann und wie oft zur Vorsorge?
Die urologische Krebsvorsorge wird Männern ab 45 Jahren empfohlen – bei familiärer Vorbelastung bereits ab 40. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen eine jährliche Tastuntersuchung. Die aktuelle S3-Leitlinie empfiehlt zusätzlich den PSA-Test als aussagekräftigere Methode zur Früherkennung von Prostatakrebs.
Eine jährliche Kontrolle ist sinnvoll, um Veränderungen im Verlauf zu erkennen. Das gilt besonders für den PSA-Wert: Ein einzelner Wert sagt wenig. Erst der Verlauf über mehrere Jahre zeigt, ob die Prostata unauffällig bleibt oder ob eine genauere Abklärung nötig wird.
Wer trägt ein erhöhtes Risiko?
Bestimmte Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an Prostatakrebs zu erkranken. Männer mit familiärer Häufung – wenn Vater, Bruder oder Großvater betroffen waren – haben ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko. Auch Männer mit afrikanischer Abstammung erkranken häufiger und oft in jüngerem Alter.
Träger einer BRCA2-Mutation, die vor allem aus dem Kontext Brustkrebs bekannt ist, haben ebenfalls ein deutlich erhöhtes Prostatakrebsrisiko. Für alle drei Gruppen empfehlen wir den Beginn der Vorsorge ab 40.
Was passiert bei der Prostata-Vorsorge?
Ein Vorsorgetermin bei ProUro folgt einem klaren Ablauf: Zuerst das Gespräch – wir fragen nach Beschwerden, Vorerkrankungen und familiärer Belastung. Dann die körperliche Untersuchung und, je nach Befund, die weiterführende Diagnostik. Zum Schluss besprechen wir die Ergebnisse gemeinsam und legen fest, ob und wann eine Kontrolle sinnvoll ist.
Wenn erweiterte Diagnostik nötig ist, planen wir das mit Ihnen.
Tastuntersuchung (DRU) – und warum sie nicht mehr allein reicht
Die digital-rektale Untersuchung (DRU) – eine Tastuntersuchung der Prostata über den Enddarm – ist seit Jahrzehnten Teil der gesetzlichen Krebsvorsorge. Sie dauert wenige Sekunden und gibt einen ersten Eindruck von Größe und Oberfläche der Prostata.
Ihre Grenzen sind allerdings bekannt: Kleine Tumoren oder solche, die an der Vorderseite der Drüse liegen, sind nicht tastbar. Die aktuelle S3-Leitlinie Prostatakarzinom (2025) empfiehlt die DRU daher nicht mehr als alleinige Screening-Methode. Das bedeutet nicht, dass die Tastuntersuchung überflüssig ist – aber sie reicht allein nicht aus, um Prostatakrebs zuverlässig auszuschließen.
PSA-Test – ein wichtiger Baustein
Der PSA-Test misst die Konzentration des prostataspezifischen Antigens im Blut – ein Eiweiß, das die Prostata produziert. Ein erhöhter Wert kann auf Krebs hindeuten, muss es aber nicht. Häufige Ursachen für einen Anstieg sind eine gutartige Vergrößerung, eine Entzündung oder körperliche Belastung.
Entscheidend ist nicht der einzelne Wert, sondern der Verlauf. Steigt der PSA-Wert über die Jahre gleichmäßig an, kann das ein Hinweis auf eine behandlungsbedürftige Veränderung sein. Bleibt er stabil, spricht das für Entwarnung.
Der PSA-Test ist keine Kassenleistung, sondern eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Private Krankenversicherungen übernehmen den Test in der Regel vollständig. Wir beraten Sie vor der Untersuchung transparent zu Aussagekraft und Kosten.
Erweiterte Diagnostik – über den Kassenstandard hinaus
Tastuntersuchung und PSA-Wert sind ein guter Anfang. Doch wenn der PSA-Wert steigt oder ein Tastbefund auffällt, braucht es mehr Präzision. Bei ProUro bieten wir Diagnostik, die verdächtige Veränderungen sichtbar macht – bevor eine Biopsie nötig wird, und gezielter, wenn sie es wird.
Mikro-Ultraschall (29 MHz)
Der hochauflösende Mikro-Ultraschall (29 MHz) arbeitet mit einer 300-fach höheren Auflösung als konventioneller Ultraschall. Er stellt Gewebestrukturen in der Prostata dar, die mit anderen Bildgebungsverfahren nicht sichtbar sind – ohne Strahlenbelastung, ohne MRT-Röhre, mit Befund am selben Tag.
In einer Studie mit 682 Männern (Wendler et al., 2026) wurde der Mikro-Ultraschall erstmals als Screening-Instrument untersucht. Das Ergebnis: eine 6,3-fach reduzierte Überdiagnose im Vergleich zum konventionellen Vorgehen, bei einer medianen Untersuchungsdauer von 2,9 Minuten. ProUro ist weltweit die Praxis mit der meisten Erfahrung im Einsatz des Mikro-Ultraschalls in der Vorsorge (Wendler et al., 2026). An der Charité kommt das Verfahren inzwischen hauptsächlich bei Biopsien zum Einsatz – nicht in der Screeningdiagnostik wie bei ProUro.
Erweiterte Bildgebung bei Krebsverdacht
Besteht ein konkreter Verdacht, kann ein MRT der Prostata die nächste Stufe sein. Die Magnetresonanztomografie zeigt die gesamte Drüse und lokalisiert verdächtige Areale. Die PROKOMB-Studie (Hamm et al., JAMA Oncology) hat gezeigt, dass bei negativem MRT der Prostata 86 Prozent der Männer über einen Zeitraum von drei Jahren keine Biopsie benötigen – ein klarer Vorteil gegenüber dem früheren Vorgehen mit systematischer Stanzbiopsie.
Wenn ein verdächtiger Herd gefunden wird, besprechen wir mit Ihnen die nächsten Schritte – für mehr Gewissheit ohne unnötigen Aktionismus.
Die OPTIMUM-Studie (JAMA, 2025) – eine internationale Phase-3-Studie mit 678 Patienten an 20 Zentren – hat zudem gezeigt, dass der Mikro-Ultraschall dem MRT bei der Erkennung klinisch relevanter Tumoren nicht unterlegen ist. Beide Verfahren ergänzen sich, und wir setzen sie je nach Ihrer Situation gezielt ein.
Was kostet die Vorsorge?
Transparenz bei den Kosten gehört für uns zur guten Vorsorge. Die Tastuntersuchung (DRU) ist ab 45 Jahren Kassenleistung und für Sie kostenfrei. Der PSA-Test ist eine IGeL-Leistung.
Erweiterte Diagnostik wie der Mikro-Ultraschall sind Selbstzahlerleistungen. Die genauen Kosten nennen wir Ihnen bei der Terminvereinbarung. Private Krankenversicherungen übernehmen diese Untersuchungen in der Regel.
Auffälliger Befund – und jetzt?
Ein auffälliger Wert oder Tastbefund ist kein Grund zur Panik – aber ein Grund, genau hinzuschauen. Bei ProUro müssen Sie dafür nicht die Praxis wechseln. Wir klären ab, diagnostizieren und begleiten Sie durch jeden Schritt.
Der typische Abklärungspfad: Bei auffälligem PSA-Wert folgt zunächst der Mikro-Ultraschall. Zeigt sich dort ein verdächtiger Bereich, ergänzen wir bei Bedarf ein MRT. Bestätigt sich der Verdacht, führen wir eine gezielte Fusionsbiopsie durch und besprechen den Befund mit Ihnen – einschließlich aller Behandlungsoptionen. Von aktiver Überwachung bis zur operativen Therapie bei bestätigtem Prostatakrebs decken wir mit unserem Netzwerk an Spezialistinnen und Spezialisten das gesamte Spektrum ab.
Unsere Vorsorge-Verfahren
Über den Kassenstandard hinaus – mit Technologie, die kleine Veränderungen sichtbar macht.
Mikro-Ultraschall (29 MHz)
Dreimal höhere Auflösung als konventioneller Ultraschall. Macht verdächtige Areale sichtbar, die andere Verfahren übersehen – ohne Strahlung, mit sofortigem Ergebnis.
MRT/Ultraschall-Fusionsbiopsie
Gezielte Abklärung bei Krebsverdacht. Wenn ein Befund abgeklärt werden muss: MRT-Bilder und Echtzeit-Ultraschall werden überlagert – für maximale Präzision mit minimaler Belastung.
PSA-Wert & Verlaufskontrolle
Der PSA-Wert ist ein zentraler Baustein der Früherkennung. Wir bestimmen, ordnen ein und beraten Sie zu den nächsten Schritten – transparent und ohne unnötige Verunsicherung.
2018 haben wir den Mikro-Ultraschall als erste Praxis in Deutschland eingeführt – nach Jahren der klinischen Arbeit an der Charité. Unsere Diagnostik basiert auf internationaler Forschung und eigener Studienerfahrung. Und wenn wir etwas finden, begleiten wir Sie weiter: von der Diagnose bis zur Therapie, alles in einer Hand.
Vorsorge beginnt mit einem Termin.
Ob Erstvorsorge oder Verlaufskontrolle – wir nehmen uns Zeit für eine gründliche Untersuchung und ein persönliches Gespräch.
Häufige Fragen zur Prostata-Vorsorge
Ab welchem Alter sollte ich zur Prostata-Vorsorge?
Die gesetzliche Krebsvorsorge beginnt ab 45 Jahren. Wenn in Ihrer Familie Prostatakrebs aufgetreten ist – bei Vater, Bruder oder Großvater – empfehlen wir den Start ab 40. Gleiches gilt bei bekannter BRCA2-Mutation oder afrikanischer Abstammung.
Zahlt die Krankenkasse die Vorsorge?
Die Tastuntersuchung (DRU) wird von den gesetzlichen Kassen ab 45 übernommen. Der PSA-Test ist eine IGeL-Leistung. Erweiterte Diagnostik wie Mikro-Ultraschall oder Fusionsbiopsie sind Selbstzahlerleistungen. Private Krankenversicherungen erstatten diese Untersuchungen in der Regel. Wir beraten Sie vorab transparent zu den Kosten.
Wie oft sollte ich zur Vorsorge?
Bei unauffälligem Befund empfehlen wir eine jährliche Kontrolle. Der PSA-Verlauf über mehrere Jahre ist aussagekräftiger als ein einzelner Wert. Bei erhöhtem Risiko oder auffälligen Werten stimmen wir das Kontrollintervall individuell mit Ihnen ab.
Ist die Untersuchung unangenehm?
Die Tastuntersuchung dauert wenige Sekunden und wird von den meisten Patienten als kurz unangenehm empfunden. Der PSA-Test ist eine normale Blutentnahme. Der Mikro-Ultraschall funktioniert ähnlich wie ein herkömmlicher Ultraschall über den Enddarm – ohne Strahlung und ohne Narkose.
Was bedeutet ein erhöhter PSA-Wert
Ein erhöhter PSA-Wert ist zunächst ein Hinweis, kein Befund. Die häufigsten Ursachen sind eine gutartige Vergrößerung oder eine Entzündung der Prostata. Wir ordnen den Wert im Kontext ein – Alter, Prostatavolumen, Verlauf – und empfehlen bei Bedarf eine weiterführende Diagnostik.
Hausarzt oder Urologe – wohin zur Vorsorge?
Ihr Hausarzt kann den PSA-Wert bestimmen und eine erste Einschätzung geben. Für die gezielte urologische Krebsvorsorge – Tastuntersuchung, PSA-Interpretation, weiterführende Bildgebung – ist der Urologe der richtige Ansprechpartner. Bei einem auffälligen Befund sind Sie beim Urologen direkt in der Hand des Spezialisten.
Stimmt es, dass die Tastuntersuchung nicht mehr empfohlen wird?
Die aktuelle S3-Leitlinie Prostatakarzinom (2025) empfiehlt die Tastuntersuchung (DRU) nicht mehr als alleinige Screening-Methode. Der Grund: Kleine oder ungünstig gelegene Tumoren sind nicht tastbar. Die Leitlinie empfiehlt stattdessen den PSA-Test als Basis der Früherkennung – gegebenenfalls ergänzt um bildgebende Verfahren. Bei ProUro kombinieren wir beides mit moderner Ultraschalldiagnostik.