Prostatakrebs – Diagnose, Therapie und Zweitmeinung in Berlin
Diagnose, Therapieoptionen und Zweitmeinung – was Sie jetzt wissen müssen.
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland – doch bei früher Diagnose sind die Heilungschancen sehr gut. Wir erklären Symptome, Stadien und Therapieoptionen verständlich und unterstützen Sie mit einer unabhängigen Zweitmeinung vor der Therapieentscheidung.
Termin buchenWas ist Prostatakrebs?
Prostatakrebs (Prostatakarzinom) ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Das Robert Koch-Institut verzeichnet rund 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Trotz dieser Zahl ist die Prognose bei früher Diagnose gut: Bei lokal begrenztem Prostatakrebs liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei über 90 Prozent.
Der Tumor entsteht in der Vorsteherdrüse (Prostata) – einem walnussgroßen Organ unterhalb der Harnblase, das einen Teil der Samenflüssigkeit produziert. Prostatakrebs wächst in den meisten Fällen langsam. Nicht jeder Tumor muss sofort behandelt werden.
Die wichtigsten Risikofaktoren sind das Alter – die Erkrankung tritt vor allem ab dem 50. Lebensjahr auf – und eine familiäre Belastung. Wenn Vater oder Bruder an Prostatakrebs erkrankt sind oder Mutter oder Schwester an Brustkrebs, steigt das eigene Risiko deutlich an. Eine gutartige Prostatavergrößerung (Prostataerkrankungen) ist kein Vorläufer von Prostatakrebs, kann aber ähnliche Beschwerden verursachen.
Symptome und Früherkennung
Prostatakrebs verursacht in frühen Stadien keine Symptome. Das macht die Erkrankung tückisch: Beschwerden treten erst auf, wenn der Tumor bereits fortgeschritten ist. Mögliche Anzeichen in späteren Stadien sind abgeschwächter Harnstrahl, häufiger Harndrang – besonders nachts – oder Blut im Urin. Knochenschmerzen, vor allem im Becken und in der Wirbelsäule, können auf Metastasen hinweisen.
Gerade weil Frühstadien symptomfrei verlaufen, ist die Prostata-Vorsorge so wichtig. Der PSA-Wert (Prostata-spezifisches Antigen) – ein Eiweißstoff, der im Blut gemessen wird – ist das wichtigste Instrument zur Früherkennung. Erhöhte PSA-Werte bedeuten nicht zwangsläufig Krebs: Auch eine gutartige Vergrößerung, Entzündungen oder körperliche Aktivität können den Wert beeinflussen. Aber ein auffälliger PSA-Verlauf ist ein Grund, genauer hinzusehen.
Wann zum Urologen?
Die S3-Leitlinie Prostatakarzinom empfiehlt eine PSA-Bestimmung ab 45 Jahren. Bei familiärer Belastung bereits ab 40. Die PSA-Messung ist eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und wird von den gesetzlichen Krankenkassen bisher nicht übernommen. Die Tastuntersuchung der Prostata (DRU) ist Kassenleistung – reicht aber als alleiniges Screening-Instrument nicht aus, da nur der zum Enddarm gewandte Anteil der Prostata beurteilt werden kann.
Diagnostik – vom Verdacht zur Diagnose
Bei einem auffälligen PSA-Wert folgt die Diagnostik einem klaren Pfad: Zunächst werden PSA-Wert und klinische Untersuchung ausgewertet. Ist der PSA-Wert wiederholt erhöht, empfehlen wir als nächsten Schritt ein multiparametrisches MRT der Prostata (mpMRT). Diese spezielle Bildgebung macht auffällige Herde sichtbar, bevor eine Gewebeprobe entnommen wird. Der Radiologe bewertet die Befunde nach dem PI-RADS-Score – ab PI-RADS 4 wird eine Biopsie klar empfohlen, bei PI-RADS 3 entscheiden wir individuell.
Der dritte Schritt ist die gezielte Probenentnahme. Durch die MRT-/Ultraschall-Fusionsbiopsie steuern wir verdächtige Areale präzise an. Ergänzend kann der hochauflösende Mikro-Ultraschall mit 29 MHz eingesetzt werden, der krebsverdächtige Strukturen bereits im Ultraschallbild sichtbar macht.
Sie haben einen auffälligen PSA-Wert und möchten die Diagnostik besprechen? Wir beraten Sie gern zum nächsten Schritt.
Stadien und Risikoklassifikation
Nach der Diagnose folgt die Einordnung: Wie weit ist der Tumor fortgeschritten, und wie aggressiv verhält er sich? Zwei Systeme sind dafür entscheidend.
Die TNM-Klassifikation beschreibt die Ausdehnung des Tumors:
- T (Tumor): Wie groß ist der Tumor und wie weit reicht er in der Prostata?
- N (Nodi/Lymphknoten): Sind Lymphknoten befallen?
- M (Metastasen): Hat der Krebs in andere Organe gestreut?
Aus TNM-Stadium, PSA-Wert und Gleason-Score ergibt sich die Risikogruppe – sie ist die Grundlage für die Therapieempfehlung.
| Risikogruppe | Gleason/ISUP | PSA | Klinisches Stadium | Bedeutung |
|---|---|---|---|---|
| Niedrig | Gleason 6 (ISUP 1) | < 10 ng/ml | T1–T2a | Active Surveillance möglich |
| Mittel | Gleason 7 (ISUP 2–3) | 10–20 ng/ml | T2b–T2c | Therapie empfohlen |
| Hoch | Gleason 8–10 (ISUP 4–5) | > 20 ng/ml | T3+ | Therapie dringend empfohlen |
Eine erste Einschätzung Ihrer individuellen Situation bietet das Nomogramm des Memorial Sloan Kettering Cancer Center.
Gleason-Score und ISUP-Grad
Der Gleason-Score beschreibt, wie aggressiv sich die Krebszellen unter dem Mikroskop verhalten. Der Pathologe bewertet die zwei häufigsten Wachstumsmuster und bildet eine Summe.
Ein Gleason-Score von 6 (ISUP 1) bedeutet das niedrigste Risiko. In vielen Fällen reicht eine aktive Überwachung. Gleason 7 wird unterschieden in 3+4 (ISUP 2) und 4+3 (ISUP 3) – dieser Unterschied ist klinisch relevant, weil 4+3 ein aggressiveres Wachstumsmuster zeigt als 3+4. Gleason 8–10 (ISUP 4–5) weist auf ein aggressives Karzinom hin, bei dem eine zeitnahe Therapie empfohlen wird.
Therapieoptionen im Überblick
Welche Therapie die richtige ist, hängt von Stadium, Alter, Begleiterkrankungen und persönlichen Wünschen ab. Keine Option ist per se „besser" als eine andere. Entscheidend ist die individuelle Beratung – idealerweise im interdisziplinären Austausch.
Active Surveillance – aktive Überwachung
Active Surveillance (aktive Überwachung) bedeutet, einen Prostatakrebs im Frühstadium engmaschig zu überwachen, statt ihn sofort zu behandeln. Regelmäßige PSA-Kontrollen, MRT-Untersuchungen und Kontroll-Biopsien stellen sicher, dass ein Fortschreiten rechtzeitig erkannt wird. Der Wechsel zu einer kurativen Therapie ist jederzeit möglich.
Die aktive Überwachung ist geeignet für Männer mit niedrigem Risikoprofil: Gleason 6 (ISUP 1), PSA unter 10 ng/ml, Stadium T1c oder T2a. Sie ist kein „Abwarten und Hoffen", sondern ein strukturiertes Monitoring-Programm mit definierten Kontrollintervallen.
Der Vorteil: Nebenwirkungen einer sofortigen Behandlung – wie Inkontinenz oder Erektionsstörungen – lassen sich vermeiden, solange der Tumor keine Progression zeigt.
Voraussetzung ist eine hochwertige Diagnostik. Die PROKOMB-Studie (Hamm et al. 2025, JAMA Oncology), an der ProUro als Co-Letztautor beteiligt war, belegt das eindrücklich: 86 Prozent der Männer mit unauffälligem MRT konnten die Kontroll-Biopsie über drei Jahre sicher vermeiden – bei einem negativ-prädiktiven Wert von 96 Prozent. Ein MRT-basiertes Monitoring verbessert die Sicherheit der aktiven Überwachung erheblich. Allerdings zeigen Daten von Kornienko et al. (2022, Scientific Reports), dass bei auffälligem MRT (PI-RADS 4/5) auch nach negativer Erstbiopsie engmaschige Kontrollen wichtig bleiben – in 44 Prozent dieser Fälle fand sich bei der Re-Biopsie ein klinisch signifikantes Karzinom.
Operation – radikale Prostatektomie
Die vollständige Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie) ist der Goldstandard bei lokal begrenztem Prostatakarzinom. Der Eingriff kann offen oder roboterassistiert (daVinci-System) durchgeführt werden. Beim roboterassistierten Verfahren operiert der Chirurg über kleine Zugänge in der Bauchdecke mit 3D-Sicht und vergrößertem Operationsfeld – die Tumorkontrolle ist bei beiden Verfahren gleichwertig.
Ein zentrales Ziel ist die nervenschonende Technik: Sie zielt darauf ab, die Erektionsnerven zu erhalten, sofern die Tumorsituation dies erlaubt. Ein intraoperativer Schnellschnitt prüft während der OP, ob die Schnittränder tumorfrei sind und ob Teile der Erektionsnerven mit entfernt werden müssen. Ergänzend sichert die Technik des größtmöglichen Harnröhrenerhalts eine bessere Kontinenz nach dem Eingriff.
Die Ergebnisse der radikalen Prostatektomie umfassen drei Dimensionen: Tumorkontrolle (vollständige Entfernung des Krebses), Kontinenz (Fähigkeit, den Urin zu halten) und Potenz (Erhalt der Erektionsfähigkeit). Ob in Ihrem Fall eine offene oder roboterassistierte Operation sinnvoller ist, besprechen wir individuell – das hängt von Alter, Begleiterkrankungen und Tumorstadium ab. ProUro arbeitet bei operativen Eingriffen mit erfahrenen Kooperationspartnern zusammen, unter anderem in der Meoclinic.
Bestrahlung
Die Strahlentherapie ist eine gleichwertige Alternative zur Operation bei lokal begrenztem Prostatakrebs. In Studien zeigt sie bei vergleichbaren Stadien ähnliche Tumorkontrollraten. Zwei Verfahren kommen zum Einsatz:
Bei der externen Bestrahlung (IMRT) plant der Strahlentherapeut die Behandlung unter CT-Kontrolle millimetergenau. Die Bestrahlung erfolgt ambulant über mehrere Wochen, in der Regel fünfmal pro Woche. Die Brachytherapie verfolgt einen anderen Ansatz: Der Arzt implantiert winzige radioaktive Metallstifte (Seeds) direkt in die Prostata. Sie geben ihre Strahlung gezielt ab und schonen das umliegende Gewebe.
Die Strahlentherapie eignet sich besonders für Männer, die eine Operation vermeiden möchten, oder bei denen Begleiterkrankungen gegen einen chirurgischen Eingriff sprechen. Für welches Verfahren Sie in Frage kommen, hängt von Tumorstadium, Prostatavolumen und individuellen Faktoren ab. ProUro berät Sie und vermittelt an spezialisierte Kooperationspartner der Strahlentherapie.
Fokale Therapie mit HIFU
HIFU (Hochintensiver fokussierter Ultraschall) bündelt Ultraschallwellen und richtet sie gezielt auf den Krebsherd in der Prostata. Im Brennpunkt entstehen Temperaturen von etwa 90 °C, die das Tumorgewebe punktgenau zerstören. Gesundes Gewebe bleibt verschont – Inkontinenz und Impotenz lassen sich in der Regel vermeiden.
Das Verfahren eignet sich vor allem für Männer mit einseitigem Tumor und niedrigem bis mittlerem Risikoprofil. Voraussetzung ist eine präzise Tumorlokalisation durch mpMRT und Fusionsbiopsie. Je nach Ausdehnung reicht die Behandlung von der fokalen Zerstörung nur des Krebsherds über eine zonale Behandlung des Herds mit angrenzendem Gewebe bis zur Hemiablation der gesamten betroffenen Prostatahälfte.
ProUro führt HIFU-Behandlungen seit 2014 durch. Prof. Dr. Hannes Cash ist Mitglied im Arbeitskreis für fokale und Mikrotherapie der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU). Alle Behandlungen werden im Rahmen des HIFU-Registrys wissenschaftlich begleitet.
Ein Hinweis zur Einordnung: Für HIFU liegen weniger Langzeitdaten vor als für Operation und Bestrahlung. Wir klären Sie offen über die aktuelle Studienlage auf und besprechen gemeinsam, ob HIFU für Ihre Situation in Frage kommt.
Ob HIFU für Ihre Situation in Frage kommt, besprechen wir in einem persönlichen Beratungsgespräch.
Hormontherapie und Chemotherapie
Bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Prostatakrebs kommen systemische Therapien zum Einsatz. Die Hormonentzugstherapie (ADT) entzieht dem Tumor das Testosteron, das sein Wachstum antreibt. Sie wird häufig als Erstlinientherapie eingesetzt.
Wird der Tumor kastrationsresistent – reagiert also nicht mehr auf den Hormonentzug – stehen Chemotherapie und neuere Substanzen zur Verfügung. Die Therapie eines fortgeschrittenen Prostatakarzinoms wird immer individuell geplant. Wir beraten Sie dazu im persönlichen Gespräch.
Nicht jeder Prostatakrebs muss sofort behandelt werden. Entscheidend ist nicht die schnellste Therapie, sondern die richtige – abgestimmt auf Tumorstadium, Lebenssituation und persönliche Prioritäten. Deshalb nehmen wir uns Zeit für eine fundierte Einordnung, bevor wir gemeinsam den nächsten Schritt planen.
Zweitmeinung bei Prostatakrebs
Eine Zweitmeinung einzuholen ist kein Zeichen von Misstrauen gegenüber dem behandelnden Arzt. Es ist ein Zeichen informierter Patienten, die bei einer so weitreichenden Entscheidung Sicherheit gewinnen wollen.
Bei ProUro bieten wir die Zweitmeinung als strukturierten Prozess an:
Sie bringen alle vorliegenden Unterlagen mit – MRT-Befunde, Biopsie-Ergebnisse, Laborwerte, bisherige Arztbriefe. Unser Team mit Charité-Hintergrund und Publikationen in JAMA und JAMA Oncology bewertet Ihre Situation unabhängig. Bei komplexen Fällen stellen wir Ihren Fall im interdisziplinären Tumorboard vor. Sie erhalten eine schriftliche Therapieempfehlung, die alle Optionen transparent aufzeigt.
Das Ziel ist nicht, eine bestimmte Therapie zu empfehlen, sondern Ihnen die Grundlage für eine fundierte Entscheidung zu geben.
Bringen Sie alle Ihre Unterlagen mit – wir nehmen uns Zeit für eine fundierte Einschätzung.
Nachsorge und Leben mit Prostatakrebs
Nach jeder Therapie folgt eine strukturierte Nachsorge. In den ersten zwei Jahren empfiehlt die S3-Leitlinie vierteljährliche PSA-Kontrollen. Im dritten und vierten Jahr halbjährlich, danach jährlich. Zusätzlich erfolgen regelmäßige klinische Untersuchungen und bei Bedarf bildgebende Verfahren.
Ein erneuter PSA-Anstieg nach Therapie – ein sogenanntes biochemisches Rezidiv – bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Krebs zurückgekehrt ist. Aber er erfordert eine sorgfältige Abklärung, um rechtzeitig reagieren zu können.
Die häufigsten Nebenwirkungen nach Operation oder Bestrahlung betreffen Kontinenz und Erektionsfähigkeit. Gezieltes Beckenbodentraining beginnt idealerweise bereits vor dem Eingriff und zeigt in vielen Fällen gute Ergebnisse. Medikamentöse Unterstützung und rehabilitative Maßnahmen ergänzen die Therapie. Unterschätzen Sie auch die psychische Belastung nicht – weder für sich selbst noch für Ihre Angehörigen. Die Deutsche Krebshilfe und psychoonkologische Beratungsstellen bieten Unterstützung.
Die Überlebenschancen bei Prostatakrebs hängen wesentlich vom Stadium bei der Diagnose ab. Bei lokal begrenztem Tumor leben über 90 Prozent der Patienten länger als fünf Jahre. Viele Männer mit niedrigem Risikoprofil leben Jahrzehnte mit ihrer Diagnose, ohne dass die Erkrankung ihre Lebenserwartung verkürzt.
Warum Patienten zu uns kommen
Charité-Expertise
Ärzte mit langjähriger Erfahrung an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Publikationen in JAMA und JAMA Oncology.
Präzisionsdiagnostik
Mikro-Ultraschall mit 29 MHz, MRT-/Ultraschall-Fusionsbiopsie und mpMRT – für eine sichere Diagnose vor jeder Therapieentscheidung.
Fokale Therapie mit HIFU
Als eine der wenigen Praxen in Deutschland bieten wir HIFU seit 2014 an – mit wissenschaftlicher Begleitung im HIFU-Registry.
Interdisziplinäres Tumorboard
Bei komplexen Fällen besprechen wir Ihre Situation im Tumorboard mit Strahlentherapeuten, Onkologen und Pathologen.
Strukturierte Zweitmeinung
Unabhängige Bewertung aller vorliegenden Befunde – als Grundlage für eine fundierte Therapieentscheidung.
Persönliche Betreuung
Feste Ansprechpartner, ausführliche Gespräche und Erreichbarkeit – von der Diagnose bis zur Nachsorge.
Prostatakrebs ist behandelbar – mit der richtigen Strategie.
Individuelle Beratung, Diagnostik und Therapie unter einem Dach.
Häufige Fragen zu Prostatakrebs
Wie schlimm ist ein Prostatakarzinom?
Das hängt vom Stadium ab. Ein lokal begrenzter Prostatakrebs mit niedrigem Gleason-Score hat eine sehr gute Prognose – die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei über 90 Prozent. Fortgeschrittene Stadien mit Metastasen sind ernster, aber auch hier gibt es wirksame Therapien. Entscheidend ist die Früherkennung.
Was sind die ersten Anzeichen von Prostatakrebs?
Im Frühstadium verursacht Prostatakrebs in der Regel keine Beschwerden. Symptome wie Probleme beim Wasserlassen, häufiger Harndrang oder Blut im Urin treten meist erst bei fortgeschrittener Erkrankung auf. Deshalb ist die Vorsorge mittels PSA-Wert so wichtig – sie erkennt den Tumor, bevor Symptome auftreten.
Wie schnell muss ein Prostatakarzinom behandelt werden?
Nicht jeder Prostatakrebs muss sofort behandelt werden. Bei niedrigem Risikoprofil (Gleason 6, PSA < 10) ist eine aktive Überwachung eine leitliniengerechte Option, bei der der Tumor engmaschig kontrolliert wird. Bei höherem Risiko sollte die Therapieplanung zügig, aber nicht überstürzt erfolgen – in der Regel innerhalb weniger Wochen.
Wie lange lebt man mit Prostatakarzinom?
Bei lokal begrenztem Prostatakrebs leben über 90 Prozent der Patienten länger als fünf Jahre nach der Diagnose. Viele Männer mit niedrigem Risikoprofil sterben nicht an ihrem Prostatakrebs, sondern mit ihm. Bei fortgeschrittener Erkrankung mit Metastasen ist die Prognose individueller – moderne Therapien haben die Überlebenszeiten aber deutlich verlängert.
Wohin streut Prostatakrebs als erstes?
Prostatakrebs streut am häufigsten in die Knochen – vor allem Wirbelsäule, Becken und Rippen. Auch die Lymphknoten im Beckenbereich sind ein frühes Ziel. Metastasen in Lunge, Leber oder anderen Organen treten seltener auf und erst in späteren Stadien.
Welche Männer bekommen Prostatakrebs?
Das größte Risiko ist das Alter: Ab 50 steigt die Häufigkeit deutlich an. Familiäre Belastung – ein Vater oder Bruder mit Prostatakrebs, eine Mutter oder Schwester mit Brustkrebs – erhöht das Risiko ebenfalls. Bestimmte genetische Mutationen (BRCA2) spielen eine Rolle. Einen einzelnen Auslöser gibt es nicht.
Ist HIFU eine Alternative zur Prostata-OP?
HIFU kann bei geeigneten Patienten eine Alternative sein: bei einseitigem Tumor und niedrigem bis mittlerem Risikoprofil. Der Vorteil ist die gezielte Zerstörung des Krebsherds bei Schonung von gesundem Gewebe – Inkontinenz und Impotenz können in der Regel vermieden werden. Allerdings liegen für HIFU weniger Langzeitdaten vor als für Operation oder Bestrahlung.
Was bringt eine Zweitmeinung bei Prostatakrebs?
Eine Zweitmeinung gibt Sicherheit bei der Therapieentscheidung. Besonders nach einer frischen Krebsdiagnose stehen viele Optionen im Raum – OP, Bestrahlung, aktive Überwachung, fokale Therapie. Eine unabhängige Einschätzung durch ein erfahrenes Team hilft, die für Ihre Situation beste Strategie zu finden.