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Priv.-Doz. Dr. med. Hannes Cash

Dr. med. John Buckendahl
Ein temporär implantierbares Körbchen aus Nitinol
iTIND – ein Körbchen drückt gegen die gutartige Prostatavergrößerung
Die gutartige Prostatavergrößerung (BPH) ist eine häufige Erkrankung des älteren Mannes und betrifft über 30 Millionen Männern in Europa und den USA im Rahmen von Symptomen der unteren Harnwege [1]. Durch die gestörte Entleerung der Harnblase kann es auf Dauer zu wiederholten Harnwegsinfekten und einer Schädigung von Blase und Nieren kommen. Zunächst kommen in der Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung Medikamente zum Einsatz. Bei etwa 25% der Patienten lindern die Medikamente die Beschwerden nicht ausreichend oder die Medikamente werden aufgrund von Nebenwirkungen abgesetzt [1,2]. Manche Männer wollen zudem eine Einnahme von weiteren Medikamenten vermeiden.
Folgende interventionellen und operativen Behandlungen stehen zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) zur Verfügung.
Eine Alternative Methode stellt iTIND (temporär implantierbares nitinol Körbchen), ein Körbchen, welches zeitweise in die Prostata eingelegt wird und die Verengung innerhalb der Prostata erweitert.
Für wen ist iTIND geeignet?
Für Patienten:
Wie funktioniert iTIND?
iTIND ist ein Körbchen, welches durch die Harnröhre während einer Zystoskopie (Blasenspiegelung) in die Prostataloge eingelegt wird. Das Körbchen verbleibt dort für 5 bis 7 Tage und drückt in der Zeit in das Gewebe. Durch eine geringere Durchblutung und damit Verbundenen Schrumpfung des Gewebes (durch Nekrose) werden 3 längliche Kanäle gebildet und der Blasenhals wird erweitert. Während der Liegezeit des Körbchens kommt ein kleiner Faden aus der Harnröhre, welcher am Penis befestigt wird. Nach 5 bis 7 Tage wird das Körbchen in der Prostata zusammengefaltet und mit Hilfe des Fadens über einen Katheter entfernt.
Welche Komplikationen können nach der iTIND Einlage auftreten?
Es besteht kein Risiko für eine Inkontinenz oder eine Störung der Sexualfunktion inklusive des Erhalts des Samenergusses. Zudem wird im Vergleich zu klassischen Operationsmethoden, wie die TUR Prostata, das Risiko einer retrograden Ejakulation (ausbleiben der normalen Ejakulation) verhindert [5]. Häufig kommt es während der Liegezeit des Körbchens zu milden Blutungen, zu häufigem Harndrang und einem Druckgefühl im Dammbereich. Selten kann es zu einem Harnverhalt oder einer Infektion kommen.
Wie sind die Ergebnisse nach der iTIND Therapie?
Die Beschwerden, gemessen am Prostata-Fragebogen (IPSS / internationaler Prostata Symptomscore), verbessern sich im Schnitt um 13,7 Punkte und der Harnstrahl gemessen an der Kräftigkeit des Harnfluses um 7,4 ml/s [5]. Die Ergebnisse bestätigten sich in der Nachuntersuchung nach 3 Jahren.
Literatur
- Roehrborn CG. Current medical therapies for men with lower urinary tract symptoms and benign prostatic hyperplasia: achievements and limitations. Rev Urol. 2008.
- Verhamme KMC, Dieleman JP, Bleumink GS, Bosch JLHR, Stricker BHC, Sturkenboom MCJM. Treatment Strategies, Patterns of Drug Use and Treatment Discontinuation in Men with LUTS Suggestive of Benign Prostatic Hyperplasia: The Triumph Project. Eur Urol. 2003. doi:10.1016/S0302-2838(03)00376-2
- Elmansy HM, Kotb A, Elhilali MM. Holmium laser enucleation of the prostate: long-term durability of clinical outcomes and complication rates during 10 years of followup. J Urol. 2011 Nov;186(5):1972-6.
- Arbeitskreis Benignes Prostatasyndrom (AK BPS) der Akademie der Deutschen Urologen, S2e Leitlinie: Therapie des Benignen Prostatasyndroms (BPS) 2014; wird zurzeit überarbeitet
- Porpiglia F, Fiori C, Bertolo R, et al. 3-Year follow-up of temporary implantable nitinol device implantation for the treatment of benign prostatic obstruction. BJU Int. 2018. doi:10.1111/bju.14141
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